Im Milieu eines Kandidaten: Weltkriegsberichterstatterjargon in "Zur Zeit"

7. Mai 2016, 08:00
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Nichts ist gefährlicher als Übertreibung bei Menschlichkeit. Unter dem Titel "Entwicklung des Asylunwesens" schreibt einer über "die Entartung einer eigentlich bereits historischen Rechtsnorm"

Wer das geistige Milieu, dem der freiheitliche Präsidentschaftskandidat auf das Innigste verbunden ist, kennenlernen will, der braucht nicht einmal die "Aula", "Zur Zeit" tut es auch. Im besten Weltkriegsberichterstatterjargon wurde da der erste Wahlgang als blauer Durchbruch an allen Fronten beschrieben. Dieser Angriff auf das versteinerte politische System war nicht nur ein großartiger Erfolg, sondern hatte den Charakter einer Schlacht, und zwar einer Schlacht um die Hofburg. Fest verbunden und vereint im Kampf gegen die FPÖ ist die gesamte Journalistik und die Meinungsforschung! Zumindest "Krone" und "Österreich" könnten jetzt beleidigt reagieren, haben sie doch gewiss ihr Teil dazu beigetragen, dass der dynamische, sympathische, jugendliche und bescheidene Politiker aus dem Burgenland der FPÖ mit einem fulminanten Wahlkampf den – man kann es nicht oft genug sagen – "Durchbruch an allen politischen Fronten" in diesem Land erzwungen hat. Praktisch Stalingrad, nur umgekehrt.

Aber Vorsicht: Dieser "politische Krieg" ist noch nicht gewonnen! Denn unsere Gegner schäumen vor Wut und greifen schon zu drastischen Mitteln, zum Beispiel mit einer Koalition zwischen grünen Partisanen, Resten des "bürgerlichen Wahlvolkes", linken Revolutionären und sogenannten Sozialisten. Wenn da nicht sofort mit der Partisanenbekämpfung begonnen wird, droht die Mobilisierung der Straße. Aber keine Sorge, nach der nächsten Wahl sieht diese Republik – auch dank Norbert Hofer – sowieso grundlegend anders aus. Danke für den Hinweis auf diese Pläne der FPÖ und die Rolle, die ein Bundespräsident Norbert Hofer dabei spielen soll. Nur für den Fall, dass dann das Parlament brennen sollte – diese Idee ist nicht neu. Man hilft ja gern.

Übertreibung

Nichts ist gefährlicher als Übertreibung bei Menschlichkeit. Unter dem Titel Entwicklung des Asylunwesens schreibt einer über die Entartung einer eigentlich bereits historischen Rechtsnorm. Mit Entartung kennen sie sich aus, speziell, wenn es sich um die Genfer Flüchtlingskonvention handelt, ebenso wie mit der Selektion von Menschen. Maßnahmen zur sogenannten "Integration"? Da man ursprünglich auch nur an echte Flüchtlinge aus unseren Nachbarländern dachte und nicht an völlig Kulturfremde, wären derartige Regelungen sowieso nicht notwendig gewesen. Völlig Kulturfremde können unmöglich echte Flüchtlinge sein, das wäre ja gelacht. Und überhaupt: Fakt ist, dass die derzeit von den Altparteien organisierte systematische Umsiedlung von Völkern aus der Dritten Welt nach Österreich keinerlei Rechtsgrundlage hat. Da ist die Rechtsgrundlage, auf der Hofer und Co zu operieren gedenken, von einer Kulturnähe, der sich endlich auch die Altparteien anpassen wollen, statt systematisch Völker aus der Dritten Welt nach Österreich umzusiedeln.

Rolle des Papstes

Da kann man an der üblen Rolle, die der Papst spielt, nicht vorbeigehen. Ein Gutmensch vor dem Herrn ist er, der Aushilfspapst Franziskus biedert sich den Mohammedanern an. Kein Geschichtsbewusstsein! Am 27. November 1095 verkündete Papst Urban II. seinen ambitionierten Plan, das Heilige Land von den Ungläubigen zu befreien. Die begeisterte Menge begann auch gleich damit, indem sie unterwegs zum Aufwärmen Massenmorde an Juden verübte. Aber leider: Diese glorreiche Epoche und ihr geistiges Erbe sind längst Geschichte. Heute versteht sich die Kirche offenbar nicht mehr als Verteidiger des christlichen Abendlandes, sondern als Institution des bloß noch spirituell angehauchten Gutmenschentums. Höchste Zeit, dass Strache dieser Institution des angehauchten Gutmenschentums ein wenig herrenmenschlichen Spiritus einhaucht.

Faschismus

Aber nicht nur der Papst will getadelt, auch der Faschismus – diesmal in seiner spanischen Form – will ohne jede falsche Scham und ohne Achtung vor der historischen Wahrheit gepriesen sein. Es war nämlich so: Die am 9. Dezember 1931 proklamierte Republik – viele Spanier begrüßen ihre neue Staatsform poetisch als la nina bonita – sei 1935 zur zerzausten Vorstadthure verkommen, und da: In letzter Stunde erkennen die gesunden Kräfte des Landes den Ernst der Lage und handeln. Gesund wie eine Generalsverschwörung im Bunde mit Hitler und Mussolini zur Abschaffung der Demokratie! Gemein: Verbissen wehren sich die Parteigänger der Republik, verursachen da-mit einen Bürgerkrieg, der bis ins Frühjahr 1939 dauert. Ein Bundespräsident mit diesem Geschichtsbild – das wird Österreich Ehre machen. (Günter Traxler, 7.5.2016)

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