Karlspreis: Papst erinnert an Ideale der EU

6. Mai 2016, 13:29
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Franziskus sprach bei der Verleihung des Karlspreises an ihn über den Mut der Gründerväter der EU

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat Europa in einer eindringlichen Rede dazu aufgefordert, sich an seine Gründerväter und deren Ideale zu erinnern. "Sie hatten die Kühnheit, nicht nur von der Idee Europa zu träumen, sondern wagten, die Modelle, die bloß Gewalt und Zerstörung hervorbrachten, radikal zu verändern", sagte das Kirchenoberhaupt am Freitag nach der Verleihung des Karlspreises im Apostolischen Palast.

"Die Pläne der Gründerväter, jener Herolde des Friedens und Propheten der Zukunft, sind nicht überholt: Heute mehr denn je regen sie an, Brücken zu bauen und Mauern einzureißen", betonte Franziskus. Die Gründerväter hätten sich nicht "mit kosmetischen Überarbeitungen oder gewundenen Kompromissen zur Verbesserung mancher Verträge" zufriedengegeben, sondern mutig neue, tief verwurzelte Fundamente gelegt, so der Papst.

Botschaft der Hoffnung

Das Karlspreis-Direktorium hatte im Dezember bekanntgegeben, dass der Pontifex die renommierte Auszeichnung erhält. Franziskus sende eine Botschaft der Hoffnung aus und gebe den Europäern Orientierung, hieß es damals zur Begründung. Der Papst sei "eine Stimme des Gewissens, die uns mahnt, bei all unserem Tun den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen".

Der Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. 1995 wurde der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky mit dem Preis ausgezeichnet. (APA, 6.5.2016)

  • Papst Franziskus redet den EU-Staaten ins Gewissen.
    foto: afp photo / filippo monteforte

    Papst Franziskus redet den EU-Staaten ins Gewissen.

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