EU will deutschen Strommarkt aufteilen

5. Mai 2016, 18:13
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Nachbarländer beschweren sich über Netzprobleme – Österreichische Energiebranche bisher strikt gegen Trennung von deutsch-österreichischer Preiszone

Wien/Düsseldorf – Die EU-Kommission erwägt, Deutschland in zwei Strompreiszonen aufzuteilen. Auslöser sind die wachsenden Ungleichgewichte in der Stromerzeugung, unter denen Deutschlands Nachbarländer leiden, schreibt das "Handelsblatt" laut Vorabmeldung vom Donnerstag. Künftig könnte Strom in Süddeutschland teurer sein als in Norddeutschland.

Das Thema Strompreiszone sorgt auch in Österreich seit Monaten für Diskussionen in der Energiebranche. Österreich hat eine gemeinsame Strompreiszone mit Deutschland. Die EU-Energieagentur ACER will die Zone trennen, was jedoch die heimische Regulierungsbehörde E-Control und auch die Energieanbieter bisher strikt ablehnten. Das würde die bestehenden Netzprobleme nicht lösen, außerdem dräuten Mehrkosten von bis zu 300 Mio. Euro.

"Nachbarn leiden"

Laut EU-Kommissionskrisen hat die Energiewende in Deutschland zu einem "nicht mehr akzeptablen Problem für alle Nachbarländer geführt", wie das "Handelsblatt" schreibt. Dies sei auf Dauer nicht hinzunehmen. "Alle Nachbarländer leiden, weil Deutschland im Norden völlig irrational Erzeugungskapazitäten aufbaut, ohne gleichzeitig ausreichend Netzkapazitäten zu schaffen", heißt es in den Kommissionskreisen. Die Netzengpässe hätten etwa zur Folge, dass Dänemark keinen Strom nach Süddeutschland exportieren könne. Auch Länder wie Polen und Belgien würden sich beschweren.

Tatsächlich driftet die Stromerzeugung stark auseinander: Im windreichen Norden wird weitaus mehr Strom produziert als man dort verbrauchen kann. Im Süden Deutschlands hingegen gibt sind die Kraftwerkskapazitäten knapp. Mit dem Aus für die letzten Atomreaktoren, die überwiegend südlich der Mainlinie stehen, dürfte sich das Gefälle zwischen Nord und Süd weiter vergrößern. (APA, 5.5.2016)

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