Altwiener Worte: Futschikato und Quiqui

Einserkastl5. Mai 2016, 17:55
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Von den Altwiener Worten zur "Watsche mit Fuß"

Bei der Präsentation seines Romans Das Buch vom Süden auf der Bühne des vollbesetzten Burgtheaters sinnierte André Heller über verlorene Altwiener Ausdrücke wie "futschikato" (er bewies auch wieder einmal, dass ihm zwischen all der poetischen Träumerei ein scharfer Witz zu eigen ist; zum Besitzer eines besonders nervenden Handyklingeltons im Publikum sagte er: "Zum Glück ham S' ka Kuckucksuhr einstecken").

Futschikato. Kommt von "futsch" und ist die pseudoitalianisierte, irgendwie leichtfüßige Fassung eines Begriffs für "verschwunden". Geld kann futschikato sein oder eine Geliebte, und im Wortgebrauch liegt schon ein gewisses Nichternst-Nehmen. Es geht übrigens auch "Pfutschikato". Es gehört zu den Altwiener Worten wie "Quiqui" (Tod) oder "urassen" (nicht sparsam sein) oder "Schastrommel" (unangenehme Frauensperson), die man kaum mehr hört.

Ist halt so. Neues tritt an seine Stelle. "ischwör" (wie in: "ischwör, isch mach dich Krankenhaus") ist Türk- österreichisch, und das wiederum wird bereits von nichttürkischen Jugendlichen parodiert, was allerdings mit einer "Watsche mit Fuß" enden kann. So wie man vor fünfzig Jahren in Wiens Arbeiterbezirken eine "Flak" (Fliegerabwehrkanone = Fausthieb) bekommen hat, wenn man sich über den Strizzi-Jargon lustig machte.

Oder man hat sie einfach so bekommen. (Hans Rauscher, 5.5.2016)

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