Ubuntu 16.10: Die Revolution ist abgeblasen

5. Mai 2016, 17:10
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Wechsel auf Mir und Unity 8 einmal mehr verschoben – Klassischer X-Server bleibt Default-Wahl

Schon vor mehreren Jahren hat sich Softwarehersteller Canonical ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Mit Mir will man den klassischen X-Server bei Ubuntu ersetzen, darauf basierend soll Unity 8 eine gemeinsame Oberfläche vom Smartphone bis zum Desktop schaffen. Allein: So zuverlässig wie die Diskussion über diese Pläne ist auch deren Verschiebung – und in dieser Hinsicht grüßt das Murmeltier nun erneut.

Vorgeschichte

Im Rahmen des Ubuntu Online Summits haben die Entwickler der Linux-Distribution beschlossen, auch für Ubuntu 16.10 "Yakkety Yak" weiter auf dem X-Server und Unity 7 zu beharren. Dies berichtet OMGUbuntu. Mir sowie Unity 8 sollen zwar als separate Session zum Testen zur Verfügung stehen, dies tun sie aber bereits seit fast drei Jahren – konkret seit Ubuntu 13.10. Der Wechsel der Default-Sitzung hin zu Mir wurde erstmals bereits für Ubuntu 14.04 diskutiert, für die aktuelle LTS-Release Ubuntu 16.04 war dieser Schritt ebenfalls in Diskussion.

Ausblick

Die Chancen, dass Canonical in absehbarer Zeit wirklich umsteigt, stehen allerdings durchaus gut. Zwar ist Mir eine Eigenentwicklung von Canonical allerdings hat es große Ähnlichkeiten mit Wayland, mit dem andere Distributionen X.org beerben wollen. Insofern profitiert Canonical indirekt von den Bemühungen anderer Distributionen, den Linux-Desktop auf Wayland umzustellen. Und diese haben zuletzt signifikante Fortschritte gemacht. (apo, 5.5.2016)

  • "Multiple devices – one experience" verspricht Canonical auf seiner Webseite. Mit der Verschiebung des Umstieges auf Unity 8 ist man davon aber noch ein ganzes Stück entfernt.
    grafik: canonical

    "Multiple devices – one experience" verspricht Canonical auf seiner Webseite. Mit der Verschiebung des Umstieges auf Unity 8 ist man davon aber noch ein ganzes Stück entfernt.

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