Autoren unterstützen Van der Bellen

5. Mai 2016, 16:37
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Alfred Komarek, Christine Nöstlinger und Ari Rath positionieren sich gegen FPÖ-Präsidentschaftskandidat Hofer

Wien – Norbert Hofer, Hofburg-Kandidat der FPÖ, würde als Bundespräsident bei einem Wechsel an der SPÖ-Spitze einen neuen roten Kanzler angeloben: Das stellte der Dritte Nationalratspräsident im APA-Interview klar, um allfällige Befürchtungen zu zerstreuen, dass er einen entsprechenden Vorschlag der Sozialdemokraten nicht akzeptieren würde.

Konkret versicherte Hofer, dass er bei einem Rücktritt von Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann einen von der Partei vorgeschlagenen Kandidaten "auf jeden Fall" akzeptieren werde, denn: "Ich habe Interesse daran, wenn Österreich besser regiert wird." Für ihn gebe es nur einen Ausschließungsgrund, nämlich dann, "wenn jemand verurteilt worden ist" oder "irgendetwas gedreht hat, was nicht in Ordnung ist".

Warnung vor Identitären

Hofer ist zudem um Abgrenzung zu den vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Identitären" bemüht: "Ich will mit diesen Leuten nichts zu tun haben."

Zu deren Störaktionen bei dem Stück Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek sagte Hofer: "Ich verurteile das scharf. Eine Bühne ist nicht zu stürmen. Die Freiheit der Kunst ist zu akzeptieren. Das ist ein großer Wert in der Demokratie." Zugleich äußerte er "die Befürchtung", dass sich die Aktivisten "in eine Richtung entwickeln, die gefährlich sein könnte".

Früher für Fischer, nun für Van der Bellen

Hofers Konkurrent Alexander Van der Bellen, früher Chef der Grünen, bietet inzwischen neue prominente Autoren und Publizisten als Unterstützer auf, um Hofer in der Hofburg zu verhindern, darunter Alfred Komarek, Christine Nöstlinger und Ari Rath.

Die beiden Letzteren machten sich 2004 für SPÖ-Kandidat Heinz Fischer stark, seit zwölf Jahren Amtsinhaber. Nöstlinger, Ende der Neunziger auch Vorsitzende von SOS Mitmensch, wählte schon am 24. April Van der Bellen – und am 22. Mai stimmt sie wieder für ihn, "weil es gilt, den 'Überkanzler' Hofer samt seinem irren Amtsverständnis zu verhindern", wie sie erklärt – eine Anspielung darauf, dass der Freiheitliche angekündigt hat, die Regierung zu entlassen, wenn diese inadäquate Entscheidungen treffe.

Rath, 1938 als Bub vor den Nazis geflüchtet, später Chefredakteur der Jerusalem Post, hat beim ersten Wahldurchgang zwar für SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer votiert, ist aber überzeugt davon, dass auch Van der Bellen Österreich "ehrwürdig" vertritt, und: "Ein Burschenschafter als Präsident wäre fürchterlich", sagt er zum STANDARD.

Finale Plakatwelle

Van der Bellen lanciert am Wochenende seine letzte Plakatwelle. Auf den Sujets lädt er wie der rote Sonnenkönig Bruno Kreisky dazu ein, "gemeinsam ein Stück des Weges" zu gehen, und in Anlehnung an den schwarzen Säulenheiligen Leopold Figl erklärt er: "Ich glaube an unser Österreich." (Nina Weißensteiner, 6.5.2016)

  • Hat "Interesse daran, dass das Land besser regiert wird": FPÖ-Hofburg-Kandidat Norbert Hofer
    foto: apa / roland schlager

    Hat "Interesse daran, dass das Land besser regiert wird": FPÖ-Hofburg-Kandidat Norbert Hofer

  • Unterstützt Van der Bellen: Schriftsteller Alfred Komarek
    foto: heribert corn

    Unterstützt Van der Bellen: Schriftsteller Alfred Komarek

  • Will keinen "Überkanzler" in der Hofburg haben: Autorin Christine Nöstlinger
    foto: heribert corn

    Will keinen "Überkanzler" in der Hofburg haben: Autorin Christine Nöstlinger

  • Fände einen Burschenschafter als Bundespräsident "fürchterlich": Publizist Ari Rath
    foto: maria von usslar

    Fände einen Burschenschafter als Bundespräsident "fürchterlich": Publizist Ari Rath

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