Deutsche Bank zahlt in Zinsaffäre 50 Millionen Dollar

5. Mai 2016, 11:49
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Vergleich wegen Isdafix-Manipulation 324 Millionen Dollar schwer – Andere Institute lassen sich nicht darauf ein – Aufsichtsbehörden in USA und Deutschland ermitteln

Frankfurt/Zürich/New York –Die Deutsche Bank kann einen weiteren Teil ihrer Altlasten abhaken. Der deutsche Branchenprimus und sechs andere Geldhäuser haben eine Klage wegen Zinsmanipulationen in den USA mit einem millionenschweren Vergleich beigelegt. Die Institute zahlten 324 Millionen Dollar (281,62 Millionen Euro) Schadenersatz an Pensionsfonds, amerikanische Kommunen und andere Großinvestoren, teilte deren Anwaltskanzlei Scott+Scott mit.

Die Deutsche Bank und das Schweizer Institut Credit Suisse steuerten jeweils 50 Millionen Dollar bei, die höchste Summe zahle JPMorgan mit 52 Millionen Die Kläger werfen den Banken vor, zumindest von 2009 bis 2012 den Marktindex Isdafix zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Vom Isdafix hängen Zins-Swaps und strukturierte Derivate im Billionenvolumen ab.

Wiedergutmachung

"Diese Vergleiche kommen zu einer Zeit, in der die Banken ihren Aktionären vermitteln wollen, dass das Schlimmste vorbei ist, was die Strafen für ihr Fehlverhalten betrifft", sagte Klägeranwalt David Scott. Die Kanzlei prüfe derzeit noch, ob sie auch für ihre Kunden in Europa eine Wiedergutmachung der Schäden erreichen könne. Deutsche-Bank-Chef John Cryan will die wichtigsten juristischen Altlasten noch in diesem Jahr hinter sich bringen.

Sieben weitere Banken, darunter die Schweizer UBS und der britische Broker ICAP ließen sich nicht auf einen Vergleich ein. ICAP soll Handelsgeschäfte so lange hinausgezögert haben, bis der Index auf einem Stand war, der den Banken zupasskam.

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC und die deutsche Bafin haben schon vor Jahren eine Untersuchung wegen möglicher Isdafix-Manipulationen eingeleitet. Vor einem Jahr hatte die britische Bank Barclays 115 Millionen Dollar Strafe an die CFTC gezahlt. Die nun beigelegte Privatklage hat mit diesen Verfahren nichts zu tun. Vor wenigen Wochen waren Banken vor einem Gericht in New York mit dem Versuch gescheitert, die Klage abweisen zu lassen. Der Vergleich muss vom Gericht noch genehmigt werden. Weitere Verfahren wegen angeblicher Manipulation anderer Indizes und Kurse laufen noch. (APA, Reuters, 5.5.2016)

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