Großteil der Griechenland-Hilfsgelder ging an Banken

4. Mai 2016, 16:15
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Finanzministerium: "Was die Programmpolitik in Griechenland erreicht hat, ist, dass eine ungeordnete Staatsinsolvenz verhindert wurde"

Athen – Die seit 2010 an Griechenland geflossenen Milliardenhilfen sind einer Studie der Berliner Privat-Hochschule ESMT zufolge nahezu ausschließlich an Kreditgeber und Banken geflossen.

Von den 215,9 Milliarden Euro, mit denen Griechenland im Rahmen der ersten beiden Rettungsprogramme von den europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds unterstützt wurde, gingen nur 9,7 Milliarden Euro und damit weniger als fünf Prozent direkt an Griechenlands Staatshaushalt. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Analyse weiter hervorgeht, wurden mit 139,2 Milliarden Euro und damit 64 Prozent der Gesamtsumme Schulden zurückgezahlt und Zinsen beglichen.

Die direkten Kapitalhilfen für Banken beliefen sich auf 37,3 Milliarden Euro oder 17 Prozent. Und knapp 30 Milliarden Euro wurden als Anreiz für Investoren genutzt, damit die sich an dem Forderungsverzicht von 2012 beteiligten.

Bestärkung für Kritiker

Die Ergebnisse der Studie dürften Kritiker der Griechenland-Programme bestärken. Das deutsche Finanzministerium allerdings äußerte sich unbeirrt. "Was die Programmpolitik in Griechenland erreicht hat, ist, dass eine ungeordnete Staatsinsolvenz verhindert wurde", sagte eine Sprecherin. Die Hilfen hätten es Griechenland ermöglicht, seine Schulden zu bedienen und so weiterhin Renten und Gehälter zahlen zu können.

Momentan läuft das dritte Hilfsprogramm für Griechenland im Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Eine Experten-Überprüfung der bisherigen Reformfortschritte, von der weitere Auszahlungen abhängen, steht kurz vor dem Abschluss. "Es gibt aber noch offene Punkte", schränkte die Sprecherin des deutschen Finanzministeriums ein. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Dienstagabend versichert, es werde dieses Jahr keine neue große Griechenland-Krise geben. (APA, Reuters, 4.5.2016)

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