Radiotest: Auftraggeber setzen nach Manipulation "Revisionskomitee" ein

4. Mai 2016, 16:06
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Soll "vollständige Aufklärung der Sachlage" sicherstellen – GfK bekommt eine Frist bis Mitte Juli

Wien – In der Causa um die Radiotest-Manipulationen durch das Marktforschungsinstitut GfK wurde das bereits vergangene Woche angekündigte gemeinsame Revisionskomitee "zur vollständigen Aufklärung der Sachlage" nun offiziell eingesetzt. Ein entsprechender Beschluss wurde am Mittwoch in der Vorstandssitzung der Radiotest-Auftraggeber gefasst, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung.

Der Radiotest-Vorstand sei sich einig, "dass die hohe Glaubwürdigkeit der Gattung Radio durch eine gemeinsame Vorgangsweise aller Marktteilnehmer abzusichern" sei, erklärten ORF-Hörfunkdirektor Karl Amon und Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda – der auch Vorsitzender des Verbands der Privatsender (VÖP) ist – in der Aussendung.

Dazu wird das Revisionskomitee eingerichtet, dem neben Amon und Swoboda auch ORF-Finanzdirektor Richard Grasl, ORF Enterprise-Chef Oliver Böhm, Radio Marketing Service-Geschäftsführer Michael Graf und Liferadio-Geschäftsführer Christian Stögmüller angehören. Ein unabhängiger Auditor werde mit der Evaluierung der vorhandenen Datenbestände beauftragt, hieß es.

Frist bis Mitte Juli 2016

Die laut GfK betroffenen Datenbestände ab 2011 werden erst nach einer "unabhängigen Auditierung" und nach Vorliegen des Abschlussberichts des Revisionskomitees gemeinsam mit den Radiotestdaten für das 1. Halbjahr 2016 veröffentlicht, hieß es. Dafür wurde GfK eine Frist bis Mitte Juli 2016 gesetzt. Auch wurde das Revisionskomitee vom Vorstand beauftragt, die weiteren Verhandlungen mit GfK zu führen.

Die Mitte April aufgeflogenen Manipulationen des Radiotests durch das Marktforschungsinstitut GfK könnten in den vergangenen fünf Jahren einen finanziellen Schaden von bis zu 20 Millionen Euro verursacht haben. Das hatte Swoboda am vergangenen Freitag nach einer ersten Überprüfung der Radiotest-Daten bekannt gegeben. Während er vor allem den ORF als Nutznießer betrachtet, verweist der ORF auch auf Ergebnisse, die zu seinen Ungunsten ausgefallen waren. (APA, 4.5.2016)

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