Facebook sperrt in Österreich mehr Inhalte wegen Holocaust-Leugnung

4. Mai 2016, 13:04
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Transparenzbericht zeigt keinen Anstieg bei Behördenanfragen, aber bei einschränkten Inhalten

Facebook hat in der zweiten Jahreshälfte 2015 in Österreich deutlich mehr Inhalte aufgrund des Verbotsgesetzes gesperrt als zuvor. Zwischen Juni und Dezember 2015 wurden 231 Inhalte eingeschränkt. Das geht aus dem aktuellen Transparenzbericht des Unternehmens hervor.

Von 15 auf 401 Inhaltseinschränkungen

In der ersten Jahreshälfte 2015 waren es 170 Inhalte, die aufgrund von Holocaust-Leugnung für österreichische Facebook-Nutzer gesperrt wurden. Im Gesamtjahr gab es also 401 Einschränkungen. Im Vergleich dazu wurden 2014 lediglich 15 Inhalte gesperrt. Auch weltweit wurden deutlich mehr Inhalte gesperrt. Wurden zwischen Jänner und Juni 2015 noch 20.568 Inhalte aufgrund lokaler Gesetze eingeschränkt, waren es in der zweiten Jahreshälfte schon 55.827.

Ob der Anstieg darauf zurückzuführen ist, dass mehr dieser Inhalte existieren, mehr gemeldet oder mehr Meldungen nachgegangen wird, ist nicht bekannt.

Bei der Zahl der Behördenanfragen hat es keine gravierenden Veränderungen gegeben. In der zweiten Jahreshälfte 2015 waren es 54 Anfragen zu 54 Konten, im Halbjahr davor gab es 58 Anfragen zu 67 Konten. Das entspricht im Gesamtjahr auch ungefähr den Anfragen von 2014. Weltweit verzeichnet das Unternehmen allerdings einen Anstieg der Anfragen.

Mehr Blockaden auch in Deutschland

In Deutschland gab es sehr viel mehr Behördenanfragen – 3.140 Anfragen zu 3.528 Konten alleine in der zweiten Jahreshälfte 2015. Was aufgrund der größeren Nutzerzahl logisch ist. Im gesamten Jahr wurde zudem der Zugriff auf 554 Inhalte gesperrt, was ebenfalls eine starke Steigerung im Vergleich zu 2014 bedeutet, wo nur 94 Inhalte einschränkt wurden. Im deutschen Transparenzbericht gibt Facebook hier nicht nur an, Inhalte mit Holocaust-Leugnung zu sperren, sondern auch jene, die "volksverhetzend" sind oder gegen den Jugendschutz verstoßen. (br, 4.5.2016)

  • Facebook hat seinen halbjährlichen Transparenzbericht veröffentlicht.
    foto: reuters/dado ruvic

    Facebook hat seinen halbjährlichen Transparenzbericht veröffentlicht.

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