Energieverbrauch stieg 2015 wegen Kälte in der Heizsaison

4. Mai 2016, 12:38
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Während mehr Öl und Gas konsumiert wurde, stagnierte der Stromverbrauch

Wien – Wegen der Kälte in der Heizperiode ist der Energieverbrauch in Österreich 2015 um etwa drei Prozent gestiegen. In dem Ausmaß legte auch der Konsum an Ölprodukten und an Erneuerbarer Energie zu, knapp gefolgt von Gas mit plus zwei Prozent. Der Stromverbrauch blieb etwa gleich, insgesamt 70 Prozent wurden "erneuerbar" erzeugt. Beim Bruttoendenergieverbrauch betrug der Erneuerbaren-Anteil 33 Prozent.

Der energetische Endverbrauch wuchs voriges Jahr um etwa drei Prozent auf 1.090 Petajoule (PJ), geht aus der vorläufigen Energiebilanz der Statistik Austria von Mittwoch hervor. 2014 hatte es nach endgültigen Angaben wegen des temperaturbedingt geringeren Heizbedarfs einen Rückgang um 4,3 Prozent auf 1.063 PJ gegeben.

Hauptursache für den 2015 höheren Energieverbrauch war laut Statistik Austria die um rund 12 Prozent höhere Heizgradsumme gegenüber 2014. Damals hatte die Heizgradsumme wegen deutlich höherer Außentemperaturen als 2013 um 19,2 Prozent abgenommen, wodurch die Haushalte 13 Prozent weniger Energie verbraucht hatten.

Gestiegen ist der energetische Endverbrauch 2015 nach vorläufigen Angaben bei allen Energieträgern bis auf brennbare Abfälle und Kohle. Bei Erdölprodukten stieg er um 3 Prozent auf 413 PJ (nach 3,1 Prozent Rückgang auf 403 PJ 2013), bei Erdgas wuchs er 2 Prozent auf 180 PJ (nach 7,9 Prozent Rückgang auf 176 PJ), und bei Erneuerbaren Energieträgern legte er um 3 Prozent auf 172 PJ zu (nach -5,0 Prozent auf 168 PJ davor). Bei Kohlen und Kohlegasen stagnierte er 2015 bei 18 PJ, und bei brennbaren Abfällen sank er um 4 Prozent auf 10 PJ.

Die gesamte Stromproduktion war voriges Jahr mit 222 PJ ungefähr gleich hoch wie 2014 – damals war der Strombedarf um 2,1 Prozent auf 215 PJ gesunken. Die Erzeugung aus Wasserkraft ging dabei 2015 um 10 Prozent auf 133 PJ zurück, während die Produktion durch Windkraft und Photovoltaik um 25 Prozent auf 21 PJ zunahm.

Zwei Prozent mehr aus Erneuerbaren

Die anrechenbare Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen – Wasserkraft, Biomasse, Windkraft, Photovoltaik und Geothermie – erhöhte sich in Österreich voriges Jahr um rund zwei Prozent. 2015 wurden annähernd 70 Prozent des Gesamtstromverbrauchs aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, nach 69,2 Prozent im Jahr 2014.

Der energetische Endverbrauch von Fernwärme stieg – der Entwicklung der Heizgradsumme folgend – gegenüber 2014 um 6 Prozent auf etwa 77 PJ; 2014 hatte es einen Rückgang um 8,7 Prozent auf 73 PJ gegeben. Die Fernwärme-Produktion aus "Erneuerbaren" (Biomasse, Umgebungs- und Solarwärme, Geothermie) wuchs um etwa 9 Prozent. 2015 wurden ungefähr 47 Prozent der genutzten Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt; im Jahr davor hatte es hier einen Anstieg um 2,1 Prozentpunkte auf 45,3 Prozent gegeben.

Der Anteil der (gemäß EU-Richtlinie) anrechenbaren erneuerbaren Energie am Bruttoendenergieverbrauch lag 2015 nach vorläufiger Rechnung bei 33 Prozent und damit etwa auf dem Niveau des Jahres davor. 2014 hatte es einen Anstieg um 0,8 Prozentpunkte auf exakt 33,0 Prozent gegeben. Endgültige Daten dazu für 2015 werden laut Statistik Austria heuer am 30. November vorliegen.

Die energetische Auslandsabhängigkeit Österreichs – berechnet als Außenhandelssaldo bezogen auf den Bruttoinlandsverbrauch – verringerte sich 2015 verglichen mit 2014 um rund 5 Prozentpunkte auf 61 Prozent. Diese Reduktion ist vor allem auf den Lagerabbau bei Steinkohle sowie Naturgas zurückzuführen. (APA, 4.5.2016)

  • Stromgewinnung mittels Wind- und Photovoltaikenergie nahm 2015 zu, jene aus Wasserkraft nahm hingegen ab.
    foto: apa/dpa/federico gambarini

    Stromgewinnung mittels Wind- und Photovoltaikenergie nahm 2015 zu, jene aus Wasserkraft nahm hingegen ab.

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