Fischer bittet SPÖ-Granden zu sich

4. Mai 2016, 12:13
412 Postings

Bundespräsident lädt am Montag zum Mittagessen. Drei Stunden vor dem entscheidenden Parteivorstand zum Verbleib Faymanns

Innsbruck – Der SPÖ-Vorstand, der wohl über den Verbleib von Parteichef Werner Faymann entscheiden wird, hat ein pikantes Vorspiel. Drei Stunden vor der wichtigen Gremien-Sitzung bittet Bundespräsident Heinz Fischer Montagmittag den Kanzler, Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) sowie die Landesparteivorsitzenden der SPÖ zu einem Mittagessen.

Offizielle Bestätigung dafür gibt es zwar keine aus der Hofburg ("Kein Kommentar"), wohl aber von mehreren SPÖ-Spitzenpolitikern. Bei der Einladung mitgemischt hat demnach auch das Kanzleramt. Ob Fischer für Faymann Partei ergreifen will, bleibt somit bloß Gegenstand von Spekulationen.

Für Tirols SPÖ-Chef Ingo Mayr hat das für Montag angesetzte Essen keine besondere Brisanz. "Es ist schlicht und einfach ein Abschiedsessen", sagte Mayr. Fischer sei stets ein "neutraler" Bundespräsident gewesen, der sich "absolut nicht eingemischt" habe – aber Fischer wisse, "wo er herkommt". In erster Linie werde es um dessen Abschied gehen, "aber natürlich werden auch andere Dinge besprochen werden", räumte Mayr ein.

"Personalerneuerung unausweichlich"

Walter Steidl, Chef der Salzburger SPÖ, wurde im Mittagsjournal am Mittwoch recht deutlich. Bei den Salzburger Funktionären orte er, "dass eine Personalerneuerung unausweichlich ist". Der Parteivorstand am Montag sei ein "wichtiger Lostag für die SPÖ, wo es nicht nur darum geht, eine Position in der Partei zu entscheiden, sondern darum ob der Lebensnerv der SPÖ noch am Leben erhalten werden kann."

Faymann weiter für Parteitag im November

Faymann selbst hat am Mittwoch am Rande eines Besuchs im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands die Debatte um eine Vorverlegung des SPÖ-Parteitags heruntergespielt. Auf entsprechende Journalisten-Fragen meinte er, die Menschen interessierten nicht Termine von Parteiveranstaltungen sondern die Lösung von Problemen, etwa der Flüchtlings- und der Beschäftigungskrise.

Wann der Parteitag stattfinde, sei nicht seine Angelegenheit sondern die des Bundesgeschäftsführers und der habe einen Termin im November vorgeschlagen. Dabei unterstütze er ihn.

Was den Parteivorstand kommenden Montag angeht, wiegelte Faymann ab. Es sei in jüngster Zeit eben eine Aufregung entstanden. Daher werde es wie stets in der SPÖ eine Menge Gespräche geben. (APA, 4.5.2016)

  • Bei der Einladung in die Hofburg hat angeblich auch das Kanzleramt mitgemischt.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Bei der Einladung in die Hofburg hat angeblich auch das Kanzleramt mitgemischt.

Share if you care.