Hassposting: Facebooks Workshops für "Gegenrede" floppen brutal

5. Mai 2016, 12:35
9 Postings

Laut Medienberichten finden sich kaum Teilnehmer für Vorträge, die Facebook sponsert – dafür ein Hitlergruß am Friedenskonzert

Wie soll man gegen hasserfüllte Kommentare in sozialen Medien vorgehen? Sperren, löschen und anzeigen? Facebook denkt, dass vielmehr Gegenargumente helfen, um das Niveau zu heben und sachlich zu diskutieren. Deshalb hat sich der milliardenschwere Konzern auch nach einigem Hin und Her entschlossen, Initiativen gegen Hasspostings zu unterstützen. So sponsert Facebook eine "Counter Speech Tour", auf der Workshops in sechs verschiedenen Städten stattfinden. Diese floppen allerdings brutal, wie die taz nun berichtet.

Kaum Anwesende

So waren bei einem Vortrag im mittlerweile berüchtigten Freital, wo Neonazis ein Flüchtlingsheim tagelang terrorisieren konnten, gerade einmal acht Personen anwesend – und dabei handelte es sich um Angestellte oder ehrenamtlich Tätige im Bereich zivilgesellschaftlicher Initiativen. Bei anwesenden Journalisten soll es laut taz "entgeisterte Blicke" aufgrund der vielen leeren Plätze gegeben haben. Die Zeitung fragt dann auch folgerichtig, ob es überhaupt Sinn ergibt, Veranstaltungen zur friedlichen Kommunikation in jener Stadt zu halten, in der etwa physische Angriffe auf Rathäuse, Asylunterkünfte oder Politikerbüros erfolgt sind.

Festnahme

Das "Counter-Speech"-Konzert, das ebenfalls im Rahmen der Tour gesponsert wird, war zwar besser besucht, dafür musste allerdings die Polizei einschreiten: Eine Gruppe von rund 20 rechtsextremen Jugendlichen soll laut MDR die Veranstaltung gestört haben. Es gab eine Festnahme, weil ein Teilnehmer der Gegenveranstaltung den Hitlergruß gezeigt hatte. (red, 5.5.2016)

Links

taz

MDR

  • Facebook sponsert Veranstaltungen gegen Hasspostings – die sind jedoch kaum besucht
    foto: ap/chiu

    Facebook sponsert Veranstaltungen gegen Hasspostings – die sind jedoch kaum besucht

Share if you care.