Entdecker von Gravitationswellen erhalten den Breakthrough-Preis

4. Mai 2016, 11:18
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Eine Million für Gründer des Observatoriums LIGO, zwei Millionen für über 1.000 beteiligte Wissenschafter

New York – Ronald W. P. Drever, Kip S. Thorne und Rainer Weiss erhalten den mit drei Millionen Dollar (umgerechnet etwa 2,6 Millionen Euro) dotierten "Special Breakthrough Prize" für Physik, weil sie den direkten Nachweis von Gravitationswellen ermöglicht haben. Die drei Gründer des US-Spezialobservatoriums LIGO sollen insgesamt eine Million, die gut 1.000 weiteren Wissenschafter, die an dem Durchbruch beteiligt waren, zusammen zwei Millionen Dollar bekommen. Das teilte die Stiftung des russischen Unternehmers Juri Milner am Dienstag in New York mit.

Umfangreiche Forscherkooperation

Am ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen waren auch österreichische Forscher beteiligt: Die Theoretischen Physiker Sascha Husa, Michael Pürrer, Patricia Schmidt, Gernot Heißel und Reinhard Prix arbeiten an Forschungsinstituten in Deutschland, Spanien, Großbritannien und den USA und sind Teil der LIGO Scientific Collaboration.

Das LIGO hatte die Signatur zweier verschmelzender Schwarzer Löcher aufgefangen und mit ihrer Hilfe eine 100 Jahre alte Vorhersage Albert Einsteins belegt. Damit hatten die Forscher erst im Februar weltweit Aufsehen erregt.

Hintergrund

Gravitationswellen entstehen vor allem, wenn große Objekte beschleunigt werden. Das ist zum Beispiel bei der Explosion eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit der Fall. Die Gravitationswellen breiten sich in alle Richtungen aus und verbiegen den Raum, ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Oberfläche. Forscher können die Gravitationswellen als Boten aus dem All nutzen und hoffen auf völlig neue Entdeckungen im Weltraum.

Astrophysiker Stephen Hawking, der den Preis 2013 gewonnen hatte, sprach von einer gewaltigen Entdeckung: "Erstens als Beleg für die allgemeine Relativitätstheorie und ihre Vorhersagen von Wechselwirkungen Schwarzer Löcher und zweitens als Beginn einer neuen Astronomie, die das Universum durch ein anderes Mittel zum Vorschein bringen wird."

"Die kreativen Kräfte eines einzigartigen Genies, vieler großartiger Forscher und dem Universum selbst sind zusammengekommen, um eine perfekte Wissenschafts-Geschichte zu bilden", sagte Milner, der den Breakthrough-Preis für bahnbrechende Forschungen im Bereich der Physik vor vier Jahren ins Leben gerufen hatte. (APA, red, 4. 5. 2016)

  • Breakthrough-Preisträger Kip S. Thorne vor einer Veranschaulichung der Auswirkungen von Gravitation.
    foto: reuters/gary cameron

    Breakthrough-Preisträger Kip S. Thorne vor einer Veranschaulichung der Auswirkungen von Gravitation.

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