Schweiz belegt im Steuerwettbewerb nach wie vor Spitzenrang

4. Mai 2016, 11:07
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Erhöhung der Steuern könnte Schweizer Fiskus teuer kommen

Zürich – Die Schweiz ist für Unternehmen nach wie vor steuerlich sehr attraktiv. In Europa weisen einzig die Kanalinseln und einige osteuropäische Staaten tiefere Gewinnsteuersätze aus als die steuergünstigsten Kantone. Sollte jedoch die Unternehmenssteuerreform III scheitern, droht die Schweiz diese vorteilhafte Position und Steuereinnahmen zu verlieren.

Laut am Mittwoch publiziertem "Swiss Tax Report 2016" des Beratungsunternehmens KPMG ist davon auszugehen, dass bereits ab einem Verlust von rund 20 Prozent des Steuersubstrats der von der Unternehmenssteuerreform III direkt betroffenen Unternehmen die Einnahmen aus den Unternehmenssteuern in der Schweiz um mehrere Milliarden Franken einbrechen würde. KPMG errechnete für dieses Szenario ein Minus von 2,7 Mrd. Franken (2,5 Mrd. Euro).

Bereits in diesem Fall würden die Steuerausfälle die gegenwärtig diskutierten Ersatzmaßnahmen deutlich übersteigen, heißt es in der Mitteilung der KPMG. Der Bund rechnet gemäß der Botschaft des Bundesrats mit Kosten der Umsatzsteuerreform von 1,3 bis 1,6 Mrd. Franken je nach Ausgestaltung der Reform.

Wettbewerb per Niedrigsteuern

Mit dem aktuell geltenden Steuerregime belegt die Schweiz im internationalen Wettbewerb dagegen immer noch Spitzenplätze. Bei den Unternehmenssteuern liegen die steuergünstigsten Kantone nur hinter den Kanalinseln und einigen ost- und südosteuropäischen Ländern zurück. Die härteste Konkurrenz mit vergleichbar hohen Steuersätzen seien jedoch Irland und die beiden Finanzplätze Hongkong und Singapur, heißt es in der Mitteilung.

Der diesjährige Steuerreport bestätigt laut KPMG den abgeflachten Abwärtstrend der jüngsten Vergangenheit bei den maximalen Gewinnsteuersätzen für Unternehmen. Während diese in den letzten zehn Jahren im Schweizer Durchschnitt um insgesamt 3,42 Prozentpunkte gesunken seien, sei für 2015 und 2016 nur noch eine durchschnittliche Reduktion um 0,01 respektive um 0,08 Prozentpunkte zu verzeichnen gewesen. (APA, 4.5.2016)

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    foto: reuters/thomas hodel
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