Fans sauer: Oculus Rift bald im Handel, Vorbesteller müssen warten

4. Mai 2016, 11:06
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Tech-Pionier bietet seine VR-Brille bald in zahlreichen Best Buy-Filialen an

Weil man sich zuvor bereits missverständlich zum Preis seines Systems geäußert hatte, waren einige Fans schwer enttäuscht, als Oculus Anfang des Jahres die finale erste Generation seiner VR-Brille Rift präsentierte. 700 Euro verlangt man für das Gerät, was "unverschämt günstig" sei, so die Reaktion auf die Kritik.

Dennoch fanden sich offenbar zahlreiche Nutzer, die sich die Brille per Vorbestellung sicherten. Ende März begann wie geplant die Auslieferung, die allerdings bisher schleppend verlief. Nun handelt sich der Hersteller erneut den Ärger seiner Fanbasis ein. Denn während viele Vorbesteller noch auf ihr Gerät warten, startet die Rift demnächst in den Einzelhandel.

Bald bei Microsoft, Amazon und Best Buy

Ab 7. Mai können US-Kunden die Rift ab dem Abend des 6. Mai auf Amazon.com und auf der Microsoft-Website bestellen, verlautbarte Oculus in seinem Firmenblog. Tags darauf soll "eine kleine Anzahl" der Brillen auch in 48 Filialen der Supermarktkette Best Buy zu erstehen sein. Interessenten können dort mit Terminvereinbarung auch eine Proberunde mit der Brille buchen.

Wenngleich Oculus Vorbestellern die Möglichkeit gibt, ihre Order zu stornieren, ohne Boni wie das "Founder‘s Pack" für das Game "Eve: Valkyrie" oder die Vorreihung für die künftige Bestellung der Touch-Controller zu verlieren, sorgt dieses Vorgehen bereits für einigen Ärger.

Für Vorbesteller gibt es keine natürlich Garantie, dass sie es schaffen, sich ein Gerät über den Einzelhandel zu beschaffen. Gleichzeitig berichten manche darüber, dass ihr erwartetes Lieferdatum laut Oculus-Bestellsystem auf Ende Juli – also knapp drei Monate in der Zukunft – liegt.

"Wie ein Mittelfinger an jene, die an euch geglaubt haben"

In einem Kommentar fasst Ben Kuchera bei Polygon die Problematik dieser Entscheidung und die Stimmungslage zusammen. Er nennt den Schritt "kundenfeindlich und falsch". Es sei ein Affront gegen jene Fans, die sich als frühe Vorbesteller als sehr treu erwiesen und in die VR-Zukunft investiert haben. Dass jemand, der Anfang Januar vorbestellt hat, die Brille nur mit Glück nun über Amazon oder im Supermarkt früher haben kann, sei ein "schrecklicher Fehler".

Diese Kunden hätten "allen Grund, sich zu beschweren", wenn Oculus sein Inventar an den Handel liefert, während sie noch warten müssen. Wer beim Kampf um die Rift-Brillen im Einzelhandel leer ausgeht, kann anderen Kunden, die nicht vorbestellt haben, dann beim Spielen zusehen. Dabei sei es eigentlich Sinn und Zweck einer Vorbestellung, spätere Warteschlangen auslassen zu können.

"Das ist wie ein deutlicher Mittelfinger in Richtung jener Leute, die an euch geglaubt haben", so Kuchera in Richtung Oculus. "So behandelt man seine Kunden nicht." (gpi, 04.05.2016)

  • Während viele Vorbesteller noch warten, wird ein erstes Kontingent an Oculus Rift-Brillen bald im US-Einzelhandel zu haben sein.
    foto: ap

    Während viele Vorbesteller noch warten, wird ein erstes Kontingent an Oculus Rift-Brillen bald im US-Einzelhandel zu haben sein.

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