Kalifornien: Muslimische Frauen reichen Klagen ein

4. Mai 2016, 10:02
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Polizei in Vorfall von Long Beach verwickelt

Los Angeles – Inmitten der Diskussion um wachsende anti-muslimische Tendenzen in den USA haben muslimische Frauen in zwei getrennten Fällen in Kalifornien Klage wegen Diskriminierung eingereicht. In dem einen Fall richtet sich die Klage gegen die Stadtverwaltung und die Polizei von Long Beach, in dem zweiten Fall gegen den Besitzer eines Cafés in Laguna Beach.

Polizist riss Frau Kopftuch herunter

Die Klagen wurden bereits am Montag eingereicht. Kirsty Powell, eine afroamerikanische Muslimin, wirft einem Polizisten vor, ihr bei einer Vorladung unter anderem wegen Ladendiebstahls auf der Wache in Long Beach vor den Augen seiner Kollegen und männlicher Häftlinge das Kopftuch heruntergerissen zu haben. Unter anderem soll er dabei gesagt haben, dass sie kein Kopftuch tragen dürfe. Seit dem Vorfall vor rund einem Jahr fühle sich Powell "beschämt, erniedrigt und verzweifelt", heißt es in der Klage.

Die Polizei von Long Beach erklärte dazu am Montag, die Beamten seien nur den Regeln gefolgt, wonach Gefangenen zu deren eigenem Schutz bestimmtes Bekleidungszubehör wie Gürtel, Schuhbänder oder Kopfbedeckungen abgenommen werden solle.

Aufgrund Religionszugehörigkeit aus Café geworfen

In dem zweiten Fall klagte eine Gruppe von sieben Musliminnen, die nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit aus einem Café rausgeworfen wurden. Das Management forderte demnach die Frauen, von denen sechs ein Kopftuch trugen, zum Verlassen des Lokals auf, da dieses vollbesetzt sei und deshalb die Verweildauer auf 45 Minuten beschränkt sei.

Als sich die Frauen weigerten, rief die Leitung des Cafés die Polizei. Der Anwalt der Frauen wies darauf hin, dass Dutzende Tische zu dem Zeitpunkt frei gewesen seien. Zudem seien weiße KundInnen, die schon vor den Frauen in dem Café gesessen hätten, unbehelligt geblieben. Der Besitzer des Cafés wies in der örtlichen Presse den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Er gab an, dass seine Frau ebenfalls Muslimin sei.

Erst am Sonntag war die rechte Hand des Sheriffs von Los Angeles County nach der Veröffentlichung alter Dienstmails zurückgetreten, in denen er sich vor auf üble Weise allem über Muslime lustig gemacht hatte. In San Francisco mussten drei Polizisten den Dienst quittieren, weil sie Minderheiten in E-Mails als "Barbaren" und "wilde Tiere" verunglimpft hatten. (APA, 4.5.3016)

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