Integration durch Sport: "Wer will, der kann"

3. Mai 2016, 19:00
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Österreichs Olympisches Comité koordiniert und schafft Zugänge für Asylwerber

Wien – Dafür, dass der Sport vor Integrationskraft nur so strotzt, gibt es Beweise Sonderzahl. Ihn zu diesem Zweck zugänglicher zu machen, hat sich das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) angeschickt. Am Dienstag präsentierte Präsident Karl Stoss in Wien eine diesbezügliche Initiative, die in ihrer ersten Phase vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) alimentiert wird.

Zwei Millionen Dollar haben die Olympier im Oktober des Vorjahres für Flüchtlingshilfsprojekte ausgeschrieben. Das ÖOC bewarb sich flugs, erhielt 150.000 Dollar und investierte sie auch in Koordinatoren in den fünf österreichischen Olympiazentren. Diese sondieren Sportangebote für Asylwerber, stellen Kontakte zu Vereinen her und initiieren Pilotprojekte. So beteiligten sich am Linz-Marathon zwei "Refugee" -Staffeln aus Syrern, Irakern und Afghanen. Als Koordinatorin wirkt Theresia Kiesl, die vor 20 Jahren in Atlanta über 1500 Meter Olympiabronze gewann.

In Salzburg-Rif werden Schwimmkurse angeboten, in Innsbruck schon laufende Projekte wie Lauftreffs und Fußballtrainings verstärkt. In Klagenfurt und Dornbirn gibt es vor allem für unbegleitete Minderjährige mannigfaltige Trainingsmöglichkeiten – selbstredend kostenlos.

Begrüßt werden die ÖOC-Bemühungen von Christian Konrad, dem Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung. Inzwischen sei es gelungen, die rund 85.000 in die Grundversorgung aufgenommenen Menschen unterzubringen. Neben dem Spracherwerb gehe es nun um Beschäftigung und damit um die Integration fördernde Kontakte. "Sport hilft dabei. Wer will, der kann. Und wir können viel", sagte Konrad.

Das ÖOC will auch können, wenn die vom IOC zur Verfügung stehenden Mittel aufgebraucht sind. Schießen die Olympier nicht nach, werde man an die eigenen Sponsoren herantreten, sagte Stoss, der sich zugutehält, recht flott auf die dem organisierten Sport erwachsenden Herausforderungen reagiert und sich an der Nase genommen zu haben, "um einen Beitrag zu leisten". (Sigi Lützow, 4.5.2016)

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