Dieselabgasaffäre: Österreich schaut zu

Kommentar4. Mai 2016, 10:17
23 Postings

Der Bericht der Untersuchungskommission "Volkswagen" des deutschen Verkehrsministeriums legt Abgründe offen

Mehr als ein halbes Jahr nach Auffliegen von "Diesel-Gate" lässt sich das wahre Ausmaß der Abgasmanipulationen der Autobauer immer noch nur erahnen. Der Bericht der Untersuchungskommission "Volkswagen" des deutschen Verkehrsministeriums legt Abgründe offen. Kaum ein Fahrzeug ist topsauber. Dabei sind die Prüfer nicht einmal hart ins Gericht gegangen mit den Herstellern. Abweichungen beim Ausstoß giftiger Stickoxide um zehn Prozent sind laut Bericht "unauffällig", weil technisch erklärbar und nicht auf den Einsatz einer Manipulationssoftware zurückzuführen, sondern auf Schutzmechanismen, damit der Motor keinen Schaden nimmt.

Das mag technisch einwandfrei sein und auch in der Bandbreite von Laborgrenzwerten liegen. Für die Beurteilung der Gesundheitsgefährdung im realen Leben sind diese Parameter aber unbrauchbar. In unseren Breiten ist es mehr als sechs Monate im Jahr kälter als sieben Grad oder wärmer als 15 Grad. Wie die Emissionswerte dann tatsächlich aussehen, möchte sich der Laie gar nicht vorstellen. Er hat ein als "Green Car" beworbenes Fahrzeug gekauft und muss jetzt feststellen, dass die Autobauer auf Teufel komm raus getrickst haben. Erleichtert wurde dies durch EU-weit gültige Höchstgrenzwerte, die viel Spielraum lassen. Rückrufe von Millionen Fahrzeugen scheinen programmiert.

Bleibt die Frage, wie lang Österreich noch untätig zusieht und das Steuerprivileg für Diesel hochhält. (Luise Ungerboeck, 3.5.2016)

Share if you care.