Wien plant fünf Anlaufstellen für werdende Eltern

4. Mai 2016, 12:15
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Eltern-Kind-Zentren sollen Vorsorgequalität verbessern

Am Ende will man die Patientenströme in sieben Wiener Gemeindespitälern bündeln. So sieht es das Wiener Spitalskonzept 2030 vor, damit werde "mehr Qualität" in "weniger Häusern" geboten, argumentiert man von politischer Seite.

Für die Kleinsten der Gesellschaft heißt das: Bereits werdende Eltern sollen künftig in einem der fünf geplanten Eltern-Kind-Zentren versorgt werden. Nämlich im Wilhelminenspital, der Rudolfstiftung, dem Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ), dem Donauspital und dem Krankenhaus Nord.

Laut Gynäkologin Michaela Riegler-Keil, der Abteilungsvorständin der Semmelweis Frauenklinik, gibt es damit bald "fünf Standorte in Wien, wo wir besonders gut gerüstet sind". Dort werde Frauen eine Rund-um-die-Uhr-Neonatologie zur Verfügung stehen. Damit wird künftig in allen Eltern-Kind-Zentren eine Entbindung ab der 33. Schwangerschaftswoche möglich. Die dafür nötige Frühgeborenenstation ist derzeit nicht überall vorhanden, "diese Neuerung wertet also einige Abteilungen auf", sagt Riegler-Keil.

Zwei der Zentren, nämlich das Donauspital und das KFJ, sollen über eine "erweiterte Versorgungsstufe" verfügen. Hierher sollen jene Frauen zur Entbindung kommen, "bei denen wir bereits in der Schwangerschaft eine Risikokonstellation feststellen", erklärt Riegler-Keil. Das erfordere eine neonatologische Intensivstation, eine große Kinderabteilung mit großem neonatologischem Team sowie einer angeschlossenen Kinderchirurgie. Der große Vorteil der Zentrenbildung aus Sicht der Ärztin: "Die Wege zu unseren Kooperationspartnern werden kürzer." Die Zusammenarbeit mit anderen geburtshilflich relevanten Disziplinen erfolge künftig hausintern.

Routinefrage zu Gewalt

Zusätzlich werde jedes der Eltern-Kind-Zentren Spezialisierungen anbieten. An der Semmelweisklinik, die im Sommer in das Krankenhaus Nord übersiedeln soll, haben einige Mitarbeiter eine Hypnoseausbildung zur Geburtsunterstützung abgeschlossen. Was Riegler-Keil gerne in allen Häusern etabliert sehen will, ist ein Fokus auf das Thema "Gewalt gegen Frauen". Gerade rund um die Geburt komme es oft zur Eskalation von häuslicher Gewalt. Bereits jetzt wird in der Semmelweisklinik "jeder Frau, nicht nur jenen, von denen wir denken, dass sie häusliche Gewalt erleben könnten", eine Routinefrage zum Thema gestellt. (riss, 4.5.2016)

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