Deutschland: Cannabis auf Rezept soll nächstes Jahr kommen

3. Mai 2016, 17:43
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Gesundheitsminister Hermann Gröhe legte Gesetzentwurf zur Schmerzbehandlung vor

Berlin – Der deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe will bis Anfang 2017 erreichen, dass Schmerzpatienten Cannabis auf Kassenrezept bekommen. "Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann", sagte Gröhe der Berliner Tageszeitung "Welt".

Mit dem Gesetzentwurf, der den Angaben zufolge am Mittwoch ins Bundeskabinett kommt, solle es schwer erkrankten Patienten ohne Therapiealternative ermöglicht werden, getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in kontrollierter Qualität auf ärztliche Verschreibung in Apotheken zu erhalten. Wahrscheinlich werde das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten.

Eigenanbau von Cannabis ausnahmsweise erlaubt

Um weitere Erkenntnisse zur Wirkung der Cannabisarzneimittel zu erlangen, soll die Erstattung an eine wissenschaftliche Begleiterhebung geknüpft werden. Bis der staatlich kontrollierte Anbau in Deutschland, der eine Cannabisagentur voraussetze, möglich ist, soll die Versorgung mit Medizinalhanf durch Importe gewährleistet werden.

Der Zulassung von Cannabis als Schmerzmittel wird seit längerem verlangt. Das deutsche Bundesverwaltungsgericht hatte im April erstmals einem unheilbar kranken Mann den Eigenanbau von Cannabis zu Selbsttherapie ausnahmsweise erlaubt. Mit dem Urteil wurde das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet, dem an Multipler Sklerose Erkrankten eine Ausnahmeerlaubnis zum Cannabisanbau zu erteilen. (APA, AFP, 3.5.2016)

  • In Deuschland könnten getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte im Jahr 2017 für schwerkranke Patienten auf Rezept zur Verfügung stehen. Das fordert zumindest Gesundheitsminister Hermann Gröhe.
    foto: apa/afp/jack guez

    In Deuschland könnten getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte im Jahr 2017 für schwerkranke Patienten auf Rezept zur Verfügung stehen. Das fordert zumindest Gesundheitsminister Hermann Gröhe.

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