Zoës Suche nach dem Paradies in Stockholm

Userartikel4. Mai 2016, 17:54
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Österreich probiert beim Song Contest etwas anderes – Teilnehmerin Zoë singt französisch

Wer sich "Loin d'ici" das erste Mal anhört, vermutet wohl keine Österreicherin hinter dem Song. Zu gelungen ist die französische Aussprache, zu chansonlastig die Musik. Trotzdem: Gesungen wird der Titel von Zoë Straub, der 19-jährigen Wienerin, die Österreich in Stockholm beim Eurovision Song Contest vertritt. Das Lycée Français, welches Zoë während ihrer Schulzeit besuchte, hat ganze Arbeit geleistet. Und auch bei Text und Musik hat sie mitgewirkt, gemeinsam mit ihrem Vater, dem Papermoon-Sänger Christof Straub.

foto: apa/helmut fohringer
Zoë Straub, Tochter von Papermoon-Sänger Christof Straub.

Die Eltern sind beide Musiker, und so macht Zoë seit ihrer Kindheit Musik, tritt etwa 2007 bereits beim Kiddy Contest auf. Schon im vergangenen Jahr versuchte sie bei der österreichischen Beitragssuche zum Song Contest ihr Glück, zog jedoch hinter den Makemakes und Dawa den Kürzeren und belegte Platz drei. Im Spätsommer folgte dann der nationale Durchbruch mit "Mon cœur a trop aimé", 16 Wochen lang hielt sich der Titel in den Charts, zwischenzeitlich stieg er bis auf Platz zwölf. Auch ihr erstes Album "Debut" erreichte beachtliche Platzierungen, am Höchststand Rang fünf, und blieb 14 Wochen lang in den Albumcharts.

Der Norden ruft

Diesen Februar gelingt Zoë dann der Coup, sie setzt sich mit dem Song "Loin d'ici" gegen neun andere Beiträge im nationalen Vorausscheid durch. Im Mai darf sie nach Schweden fliegen, um sich dort so gut wie möglich gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten. Dabei wird sie den einzigen rein französischen Beitrag liefern: Selbst der Franzose Amir singt einen englischen Refrain. Das ist aber nicht das einzig umstrittene an Zoës Auftritt – auch die Bühnenshow gilt als vieldiskutiert, schließlich wandert sie im weißen Kleid, einer potenziellen Hochzeitsrobe, vor quietschbunten Hintergründen auf der Bühne umher. Der Song handelt von der Suche nach einem Ort, an dem man glücklich ist – dem im Refrain auftretenden Paradies.

Mit Chansons gute Erfahrungen

Die Chancen, beim Song Contest in diesem Jahr zumindest einige Punkte zu erreichen und die Nullnummer der Makemakes so vergessen zu machen, stehen gut. Die als relativ zuverlässig geltenden Wettbüros sehen Österreich auf einem Platz im soliden Mittelfeld, auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind großteils positiv. Und wenn man einen Blick in die Geschichte wagt, wird man feststellen, dass Österreich mit Chansons beim ESC gute Erfahrungen gesammelt hat – Merci, Udo. Und bald hoffentlich: Danke, Zoë. (Sharon Muska, 4.5.2016)

Sharon Muska ist Schüler in Wien.

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