Meinl Bank soll Weinzierl aus Aufsichtsrat entfernen

3. Mai 2016, 17:22
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Die FMA will den Exchef der Bank, Peter Weinzierl, aus dem Aufsichtsrat kippen, wegen "persönlicher Unzuverlässigkeit"

Wien – Die Meinl Bank hat am Montag erneut schlechte Nachrichten von der Aufsichtsbehörde FMA bekommen. Per Bescheid wurde dem Institut aufgetragen, Aufsichtsratsmitglied Peter Weinzierl binnen acht Wochen abzuberufen. Weinzierl erfüllt in den Augen der Aufseher nicht die Fit-&-Proper-Voraussetzungen; sie sprechen ihm die "persönliche Zuverlässigkeit" ab. Die Meinl Bank hat nun vier Wochen Zeit, Beschwerde einzulegen und aufschiebende Wirkung für den Bescheid zu beantragen.

Weinzierl hat den umfangreichen Bescheid "erst überflogen", sagte er am Dienstag zum STANDARD. Er wisse noch nicht, wie die Bank und er reagieren werden. Die FMA habe "offenbar nichts Besseres zu tun", als Bescheide gegen die Meinl Bank zu erlassen, meinte er sinngemäß.

Schon als Vorstand den Hut genommen

Hintergrund: Weinzierl war bis Dezember 2015 Chef der Privatbank. Die FMA warf ihm Verstöße gegen Vorschriften vor – u. a. fehlende Prävention gegen Geldwäscherei – und wollte ihn als unzuverlässig absetzen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Bescheide zwar aus Formalgründen aufgehoben, der Banker ist trotzdem zurückgetreten und wechselte in den Aufsichtsrat. Die Justiz führt Verfahren wegen Verdachts der Geldwäscherei, es gilt die Unschuldsvermutung.

Auch laut den jetzigen Vorwürfen der FMA hat Weinzierl wiederholt gegen Sorgfaltspflichten verstoßen, Mängel der internen Organisation nicht behoben, Verbesserungszusagen nicht gehalten, unrichtige Auskünfte erteilt. "Das Gleiche in Hellgelb wie zuvor", sagt Weinzierl nur. (Renate Graber, 3.5.2016)

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