Technische Hilfen für modernes Krisenmanagement

7. Mai 2016, 08:00
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Bundesheer und Austrian Institute of Technology (AIT) verlängern Zusammenarbeit

Wien – Das Austrian Institute of Technology (AIT) und das österreichische Bundesheer erneuern die seit 2010 bestehende Kooperation. Bisher hat man sich gemeinsam an 35 Projekten im Rahmen des nationalen Sicherheitsforschungsprogramms des Verteidigungsministeriums, Kiras, und an europäischen Forschungsprogrammen beteiligt. Zwischen AIT und Heer wird allerdings kein Geld fließen, sagte der Forschungsdirektor des Bundesheers Klemens Hofmeister. Es gebe stattdessen regelmäßige Treffen, in deren Rahmen nach gemeinsamen Interessen und Themen gesucht werde, um zu konkreten Projekten zu kommen.

Ein Projekt, das bereits in den vergangenen Jahren in Kooperation zwischen Bundesheer und AIT gelaufen ist, soll nun ausgeweitet werden. Dabei geht es um das Telemonitoring zur Früherkennung und Betreuung in psychischen Belastungssituationen. Ein Prototyp zur Belastungsmessung wurde bisher an Bundesheerpiloten getestet und soll künftig zur Burnout-Prävention auch auf andere Personengruppen ausgeweitet werden, um rasch Hilfestellung leisten zu können, sagte Hofmeister, der als Beispiel Bundesheerangehörige im Assistenzeinsatz nannte.

Autonomes Fahren

Als weiteres gemeinsames Forschungsprojekt nannte der Leiter des Digital Safety and Security Department des AIT, Helmut Leopold, autonomes Fahren. So wurde bereits ein Bundesheer-Lkw mit den am AIT entwickelten 3-D-Sensorsystemen ausgestattet. Solche selbststeuernden Fahrzeuge sollen in Einsatzfällen für mehr Sicherheit sorgen und würden im Gegensatz zum Google-Auto auch im Gelände oder bei widrigen Witterungsbedingungen funktionieren, meinte Leopold.

Auch in der Luftfahrt ermöglichen Bildverarbeitungsalgorithmen und 3-D-Sensoren die Erfassung möglicher Hindernisse. Damit werden Assistenzsysteme für Piloten oder autonom fliegende Systeme realisiert. Diese können in Zukunft automatisiert starten, zu einem Zielort fliegen und auch autonom landen. Das erfordert jedoch eine zuverlässige Hinderniserkennung bei unterschiedlichen Umweltbedingungen, die Fähigkeit, selbstständig Ausweichmanöver durchzuführen, um Zusammenstöße zu vermeiden, und eine sichere Selbstlokalisierung des Fluggeräts, auch unabhängig von Satellitennavigation. Konkrete Anwendung finden diese Systeme im Bereich des Krisen- und Katastrophenmanagements zur raschen Lagebilderstellung, etwa bei Bränden, Überschwemmungen, Lawinen oder Großveranstaltungen, wenn es darum geht, gefährdete Personen zu lokalisieren oder etwa die Ausbreitung gefährlicher Gase zu bestimmen.

Der Industrielle Hannes Androsch, Aufsichtsratsvorsitzender des AIT, gratulierte dem Bundesheer zur Aufstockung des Budgets im zuletzt präsentierten Finanzrahmen und meinte in seiner Funktion als Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, dass man auch den Rahmen für das künftige Forschungsbudget deutlich nachbessern müsste. (red, APA, 7.5.2016)

  • AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch.
    foto: imago

    AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch.

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