Ulrichsberger Kaleidophon: Musik ist oft Seitensprung genug

4. Mai 2016, 07:00
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Das Jazzatelier lädt in eine zauberische Parallelwelt aus Jazz, Neuer Musik und Improvisation

"Lust auf eine Affäre? Besuchen Sie ein Musikfestival!" Eine E-Mail dieses Betreffs wurde am Dienstag dem STANDARD zugespielt. Absender: ein Seitensprungportal. Inhalt: die Ergebnisse einer Umfrage, wonach sieben von zehn Besuchern Musikfestivals "perfekt für Seitensprünge" finden. 25 Prozent der 3412 Befragten geben an, man treffe "gutaussehende Leute", 27 Prozent stimmten der Aussage zu. man könne "sich überall verstecken und sich eine Affäre gönnen".

Leider sind neben Rock/Pop-, Techno- und Indie- nur noch Jazzfestivals berücksichtigt, womit nicht letztgültig klar ist, ob die gehaltvollen Daten auch auf das Ulrichsberger Kaleidophon zutreffen. Am besten ist es also, man schaut selbst hin, wenn das Jazzatelier von Donnerstag bis Samstag wieder in die zauberische Parallelwelt aus Improvisation und Neuer Musik einlädt. Jazz, wie ihn Harri Eisenstadt mit seinem Ensemble Canada Day weiterdenkt, ist nur der Anfang.

Spontaner Schallwellenaustausch

Gänzlich spontanen Schallwellenaustausch zelebriert das Trio von Saxofonist Floro Floridis, Violinist Phil Wachsmann und Free-Jazz-Drummer Paul Lytton, das – wie schon bei den Nickelsdorfer Konfrontationen – mit Nate Wooley (Trompete) und Sten Sandell (Piano, auch Solo zu hören) zum Quintett wird. Verstärkt Elektronik bringen Katharina Klement und Martin Siewert ins Spiel, aber auch das Trio III? aus London. Drummer Will Guthrie öffnet solo dunklere Tiefen. Sicher kann man sich darin "verstecken, um sich eine Affäre zu gönnen". Empfohlen sei aber, wenn möglich mit Partner hinzugehen. Musik ist oft Seitensprung genug. (rg, 4.5.2016)

5.-7. 5., Ulrichsberger Kaleidophon, www.jazzatelier.at

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