Newspaper Congress – Zeitungen setzen auf Visualisierungen

3. Mai 2016, 15:23
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Zeitungsdesigner: Kombination aus Texten, Fotos und Infografiken – Lob für "Kurier" – Titelseite wird neu definiert – Online-Texte werden länger und multimedialer

Wien – Europas Zeitungen setzen weiter verstärkt auf optische Eindrücke. Seitenfüllende Bilder, visuelles Storytelling und Doppelseiten zu großen Themen sind auch 2016 die Zeitungstrends. Statt vieler Worte werden komplexe Geschehen in einer Kombination aus Texten, Fotos und Infografiken präsentiert, erläuterte Zeitungsdesigner Norbert Küpper am Dienstag am European Newspaper Congress in Wien.

Küpper hat für den Trend auch ein Beispiel aus Österreich parat, wie er zur APA sagte. Bei dem Flüchtlingsdrama auf der A4 habe der "Kurier" kein Foto, sondern eine Illustration verwendet, um das Thema visuell darzustellen. Mit der Überschrift "0,2 m2: Eine Zeitungs-Doppelseite pro Flüchtling" zeigte das Blatt, wie wenig Platz die 71 ums Leben gekommenen Menschen in dem Schlepper-Lastwagen hatten.

Ein weiterer Trend in der Zeitungslandschaft betrifft die Titelseite. Küpper zufolge wird auch diese derzeit neu definiert. Einige Zeitungen würden nur noch zwei bis drei Themen auf der Seite 1 zeigen. In Skandinavien setze man aktuell sogar auf monothematische Aufmacher – ein Bild, das das Thema seitenfüllend illustriert.

Darüber hinaus ortet Küpper einen Trend zu neuen Produkten wie Wirtschafts- und Kinderzeitungen. Und Serien würden in Büchern zusammengefasst. Für Verleger in Zeiten von rückläufigen Werbeerlöse willkommene Zusatzumsätze.

Im Internet werden laut Küpper die Texte länger. Küpper erwähnte gegenüber der APA in diesem Zusammenhang die iPhone-App "Der Tag" von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Mulimedia-Stories nach dem Vorbild von "Snow Fall" der "New York Times" spielten ebenfalls eine große Rolle. (APA, 3.5.2016)

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