Britische Industrie schrumpft

3. Mai 2016, 14:58
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Wenige Wochen vor dem Brexit-Referendum stellen immer mehr britische Unternehmen nur mehr befristet ein

London – Wenige Wochen vor der Abstimmung über einen EU-Austritt Großbritanniens schrumpft die Industrie des Landes – und zwar erstmals seit gut drei Jahren. Neben der Unsicherheit über das Referendum spüren die Betriebe Gegenwind von der weltweiten Konjunktur und ein Schwächeln im Öl- und Gasgeschäft, wie am Dienstag aus einer Umfrage unter Hunderten Firmen hervorgeht.

Der Markit/CIPS-Einkaufsmanagerindex für April sank überraschend um 1,5 auf 49,2 Punkte und rutschte damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit 51,2 Punkten gerechnet.

Besserung sei vorerst nicht in Sicht, sagte Markit-Experte Rob Dobson. "Das zweite Quartal dürfte für die Industrie trostlos bleiben." Die britische Wirtschaft hatte zu Jahresanfang an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Jänner bis März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal, nach 0,6 Prozent Ende 2015.

Einer Studie zufolge scheuen sich immer mehr Unternehmen, Mitarbeiter unbefristet einzustellen. Stattdessen bevorzugten sie befristete Verträge. Auch halten sich viele Firmen mit Investitionen zurück. Laut Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Befürworter und Gegner eines Brexit – eines britischen EU-Austritts – ab. Termin für die Abstimmung ist der 23. Juni. (APA, 3.5.2016)


  • Das Referendum schwebt wie ein Damokles-Schwert über den Unternehmen.
    foto: reuters/hall

    Das Referendum schwebt wie ein Damokles-Schwert über den Unternehmen.

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