Österreich wird für Auslandinvestoren unattraktiver

3. Mai 2016, 14:20
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Laut einem Ranking des Beraters A.T. Kearney verliert Österreich wegen Regularien und hohen Lohnnebenkosten die Gunst ausländischer Investoren

Wien – Österreich gerät zunehmend aus dem Blickfeld ausländischer Direktinvestoren, und es droht im internationalen Ranking weiter abzurutschen. Erst 2015 hat es Österreich laut FDI-Confidence-Index des Beraters A.T. Kearney in die Top-25-Liga auf Platz 21 geschafft, fiel nun 2016 aber auf Rang 24 zurück. Durch Regularien und hohe Lohnnebenkosten werde Österreich als Investitionsziel unattraktiver.

Noch profitiere der Standort Österreich vom Vertrauen, das der gesamte europäische Wirtschaftsraum genieße. Dass unser Land voriges Jahr erstmals nach 13 Jahren überhaupt wieder in die Top-Liste aufgerückt ist, war laut A.T. Kearney unter anderem großen Investitionen des Pharmakonzerns Roche oder dem Deal der Telekom Austria mit America Movil zu verdanken.

Der Euroraum sei in Zeiten weltweiter geopolitischer Unsicherheiten eine stabile und daher äußerst attraktive Region, die Wachstum und Profitabilität verspreche, erklärte das Beratungsunternehmen am Dienstag in einer Aussendung.

USA und China belegten im internationalen FDICI-Ranking zum vierten Mal in Folge den ersten und zweiten Platz, während Kanada jetzt vom vierten auf den dritten Rang vorgerückt ist. Von der dritten auf die fünfte Stelle zurückgefallen ist Großbritannien, wohl weil ausländische Unternehmen durch einen drohenden Brexit verunsichert sind. Zu den Aufsteigern in Europa gehörten neben Deutschland, das einen Rang auf Platz vier gewann, auch Spanien (von Rang 17 auf 13) und Irland (mit Rang 23 erstmals in der Top-Liga). Die Schweiz (Rang elf) konnte ihre Position um drei Plätze verbessern. International rückte Singapur vom 15. auf den 10. Rang vor, Australien vom zehnten auf den siebenten und Indien vom elften auf den neunten. Brasilien dagegen fiel vom 6. auf den 12. Platz zurück, Mexiko büßte sogar neun Plätze ein und rangiert jetzt nur an der 18. Stelle. (APA, 3.5.2016)

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