Schlechte Tage für Ted Cruz

3. Mai 2016, 17:21
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Hartes Pflaster Indiana: Republikaner droht Zwölfjährigem mit Schlägen – Spott von Trump-Anhängern, Fiorina fällt von Bühne

Der Wahlkampf hätte für den republikanischen Präsidentschaftbewerber Ted Cruz besser laufen können. Im Duell mit Donald Trump war die erzkonservative Tea-Party-Ikone bereits vor der am Dienstag stattgefundenen Vorwahl in Indiana aussichtslos abgeschlagen, von seinem Parteikollegen John Boehner wurde er als "leibhaftiger Teufel" bezeichnet.

Die Nominierung seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Carly Fiorina just nachdem Cruz am vergangenen Dienstag in fünf weiteren US-Bundesstaaten gegen Trump verloren hatte, brachte ihm reichlich Spott von Stephen Colbert in der Late Show ein.

the late show with stephen colbert

Am Dienstag stand dann also die Vorwahl in Indiana an. Dass der US-Bundesstaat ein hartes Pflaster für Cruz ist, zeigte sich schon vor seiner Wahlniederlage. Am Rande einer Wahlveranstaltung in der Stadt Marion ließ er sich auf eine Diskussion mit Trump-Anhängern ein. Auf seine Aussage, er würde Präsident aller US-Amerikaner sein, erhielt er die lapidare Antwort "Wir wollen Sie nicht". Cruz versuchte weiter zu argumentieren: "Amerika ist ein besseres Land..." – "...ohne Sie" bekam er zu hören. Der Kandidat ließ sich davon wenig beirren und fuhr fort: "...und eine Frage, die jeder hier fragen sollte:..." – "Sind Sie ein Kanadier?", ergänzte ein Trump-Fan, eine Anspielung auf Cruz' nicht in den USA liegenden Geburtsort.

cbsn

Von einem anderen Wähler in Indiana bekam Cruz zu hören, dass er mathematisch ohnehin bereits chancenlos sei und seine Kampagne aufgeben solle.

lesgrossman2015

Am Übelsten lief es für Cruz jedoch in La Porte. Dort wurde seine Wahlveranstaltung von einem zwölfjährigen Buben gestört. Als er mit seiner Rede ansetzte, rief der Kleine "Das ist mir egal" dazwischen. "Offenbar ist da ein junger Mann mit ein paar Problemen", sagte Cruz und bekam ein herzhaftes "You suck!" zu hören. "Kinder sollten mit Respekt sprechen", antwortete Cruz: in seinem Haus würde ein Kind, das sich so benehme, den Hintern versohlt bekommen. Von seinem Publikum bekam Cruz für diese Aussage Applaus, der Zwischenrufer wurde von Polizisten aus dem Saal geführt.

wall street journal

Carly Fiorina wiederum passte sich als "Running mate" Cruz' Umfragewerten an: Nachdem sie bei einer Veranstaltung den Präsidentschaftskandidaten anmoderiert hatte, fiel sie von der Bühne, als hätte sich die Erde aufgetan.

wish-tv

Die einzige Unterstützung der jüngsten Tage erhielt der radikale Christ Ted Cruz ausgerechnet von den Anhängern des Widersachers: die größte Satanistensekte der USA widersprach John Boehner. Cruz sei keineswegs der Teufel, erklärte Satanic-Temple-Sprecher Lucien Greaves. Die Christen könnten Cruz nicht einfach zu den Satanisten abschieben: "We don’t fucking want him". (Michael Vosatka, 3.5.2016)

  • Ted Cruz diskutierte in Marion/Indiana mit Trump-Anhängern.
    foto: reuters/bernstein

    Ted Cruz diskutierte in Marion/Indiana mit Trump-Anhängern.

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