Italiens Heilsbringer beim Giro heißt Vincenzo Nibali

3. Mai 2016, 13:41
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Sizilianer auf zweiten Giro-Sieg und Nachfolge von Contador aus – Vier Österreicher am Start der 99. Auflage

Apeldoorn/Rom – Vincenzo Nibali soll beim 99. Giro d'Italia für einen Heimsieg sorgen. Der Sizilianer hat das Rosa Trikot 2013 als bisher letzter Italiener gewonnen. Der 31-jährige Astana-Profi kehrt zwar als Tour-de-France-Sieger (2014) zur dreiwöchigen Italien-Rundfahrt zurück, konnte heuer aber im Gegensatz zu seinen schärfsten Rivalen noch nicht wirklich überzeugen.

Dennoch glaubt sein Teamchef Alexander Winokurow an einen neuerlichen Sieg. "Ich bin sicher, dass Nibali den Giro wieder gewinnen kann", betonte der wegen seiner Dopingvergangenheit umstrittene Kasache gegenüber Cyclingnews.com. Nibali feilte bis zuletzt im Höhentraining an seiner Form.

Im Gegensatz zu Nibali zeigte sich der hoch eingeschätzte Spanier Mikel Landa aus dem Sky-Rennstall jüngst beim Giro del Trentino in blendender Verfassung. "Ich bin in sehr guter Form und sehr motiviert. Durch den Trentino-Sieg bin ich im Hoch und bereit für den Giro", sagte der 26-jährige Baske, im Vorjahr noch im Astana-Team hinter den diesmal fehlenden Alberto Contador und Fabio Aru Dritter der Italien-Rundfahrt.

Faktor Zeitfahren

Gegen Landa spricht jedoch seine bisher oft eklatante Zeitfahrschwäche. Mit dem Prolog in Apeldoorn, einer 40-km-Etappe in der Chianti-Region und einem Bergzeitfahren in Südtirol warten drei wichtige Soloprüfungen gegen die Uhr. Kletterspezialist Landa wendete ein, dass er über den Winter sehr hart am Zeitfahren gearbeitet und sich verbessert habe.

In Abwesenheit von Contador, Aru, Nairo Quintana und Tour-Sieger Chris Froome wird sein erfahrener Landsmann Alejandro Valverde (Movistar) ebenfalls zu beachten sein. Der frühere Dopingsünder nimmt erstmals am Giro teil. Aber auch die Kolumbianer Esteban Chaves (Orica) und Rigoberto Uran (Cannondale) sowie Ex-Giro-Sieger Ryder Hesjedal (CAN) und Tom Dumoulin (NED) zählen zum Favoritenkreis.

Wasserträger

Der 2012 siegreiche Hesjedal hat im Team Trek mit Riccardo Zoidl ebenso österreichische Unterstützung wie Dumoulin in der Giant-Mannschaft mit Georg Preidler. Für beide ÖRV-Profis ist es der zweite Giro nach 2014.

Der dritte rot-weiß-rote Teilnehmer ist Matthias Brändle. Der Vorarlberger fuhr den Giro schon 2010 und 2012 und schaffte dabei jeweils ein Top-Ten-Ergebnis. Der Ex-Stundenweltrekordler aus der IAM-Mannschaft möchte diesmal gleich beim Prolog aufzeigen. Den 10-km-Auftakt werden jedoch auch andere Spezialisten wie Lokalmatador Dumoulin und Fabian Cancellara (SUI) aus Zoidls Trek-Truppe besonders im Auge haben.

Preidler soll Dumoulin wie schon zuletzt bei der Tour de Romandie helfen, könnte aber auch Freiheiten bekommen, sollte der Niederländer bei seinem Giro-Debüt nur auf Etappenerfolge losgehen. "Ich hoffe, dass ich auch für mich fahren kann", so Preidler. Den 3.460 Kilometern blickt er jedenfalls positiv entgegen. "Ich freue mich auf jeden Fall auf den Giro, ich habe zuletzt gesehen, dass die Form stimmt", sagte Preidler. Vor allem in der schwierigen Schlusswoche rechne er sich etwas aus. "Ich regeneriere immer sehr gut, das habe ich auch schon im Vorjahr bei der Tour gesehen."

Die härtesten Prüfungen warten erst ab der zweiten Woche in den Dolomiten mit dem Bergzeitfahren auf die Seiseralm als Abschluss. Auf eine weitere Dolomiten-Etappe folgen schließlich zwei Hochgebirgsteilstücke auf großteils französischem Boden, ehe die Rundfahrt mit einer Flachetappe von Cuneo nach Turin endet. Hierbei und auf sechs weiteren Etappen davor werden die Sprinter das Sagen haben. (APA, 3.5.2016)

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