Internetriese Baidu soll Treffer nach Werbeeinnahmen sortiert haben

3. Mai 2016, 13:15
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Chinese sah sich von Internetsuche und Therapie getäuscht – Behörde ermittelt

Nach dem Tod eines jungen Krebspatienten infolge einer im Internet angepriesenen Therapie sieht sich der chinesische Internetriese Baidu mit Ermittlungen konfrontiert. Baidu-Chef Robin Li sei von der Internetbehörde CAC zu einer Reihe von Befragungen einbestellt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.

Suchergebnis für experimentelle Krebsheilmethode

Die CAC erklärte, sie habe in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden und der Handelsaufsicht Ermittlungen gegen Baidu eingeleitet. Hintergrund ist der Tod des 21-jährigen Studenten Wei Zexi. Er litt an einer seltenen Krebsart und war über die Suchmaschine von Baidu auf eine experimentelle Heilmethode in einer Klinik in Peking gestoßen. Dafür gab er mehr als 200.000 Yuan (27.000 Euro) aus und verschuldete sich bei seiner Familie und Freunden. Im März starb er jedoch.

Vor seinem Tod hatte Wei Baidu vorgeworfen, die Ergebnisse der Suche nach der Höhe der Werbeeinnahmen von Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten sortiert zu haben. Das Krankenhaus in Peking habe zudem die Heilungschancen der Behandlungsmethode übertrieben dargestellt. Andere Patienten rief er auf, "sich nicht täuschen zu lassen". Das Schicksal des 21-Jährigen sorgte in den vergangenen Tagen für eine Welle der Empörung auf chinesischen Internetseiten.

Baidu: Gesponserte Inhalte werden ausgewiesen

Baidu betonte in einer Stellungnahme, bei den Suchergebnissen gesponserte Inhalte deutlich kenntlich zu machen. Zudem erklärte sich der Internetkonzern, der wie andere Unternehmen der Branche Geld mit Werbung macht, zu einer Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Dem Aktienkurs des Unternehmens setzte die Untersuchung bereits zu: An der Börse in New York verlor Baidu knapp acht Prozent an Wert. (APA, AFP, 3.5.2016)

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