Rebellen beschießen Krankenhaus in Aleppo

3. Mai 2016, 19:04
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Mehrere Frauen getötet – Angriffe auf IS-Hochburg Raqqa

Beirut – Ungeachtet der vorübergehenden Feuerpause hat es in der Nacht zum Dienstag nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus nach Angaben aus dem Umfeld der Opposition wieder Gefechte gegeben. Die syrische Armee habe Stellungen unter anderem mit Granaten beschossen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch in der nordsyrischen Stadt Aleppo, die in die Feuerpause nicht einbezogen ist, habe es heftige Kämpfe gegeben.

Dort traf Artilleriebeschuss der Rebellen ein Krankenhaus, dabei wurden mindestens drei Frauen getötet. Insgesamt starben bei massivem Beschuss von Vierteln unter Kontrolle von Anhängern der Regierung mindestens 14 Menschen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Dienstag meldete.

Laut Sana wurden bei dem Angriff auf die Klinik am Dienstag auch 17 Frauen und Kinder verletzt. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle meldete ebenfalls Opfer und erklärte, das Krankenhaus sei stark beschädigt worden. Die Menschenrechtler bezifferten die Zahl der Opfer in Aleppos Regimegebiet auf 19 Tote und rund 80 Verletzte.

US-Außenminister John Kerry erklärte am Dienstagabend, man bemühe sich herauszufinden, welche Rebellengruppe für den Beschuss des Krankenhauses verantwortlich sei.

Angriffe auf syrische IS-Hochburg Raqqa

Bei Luftangriffen auf die syrische IS-Hochburg Raqqa sind laut Aktivisten 13 Zivilisten getötet worden. Die Stadt, die die Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) als ihre Hauptstadt betrachtet, sei 35.mal angegriffen worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es seien die heftigsten Angriffe seit Wochen gewesen.

Ob die nordsyrische Stadt von der russischen Luftwaffe oder von der US-geführten Anti-IS-Koalition angegriffen wurde, blieb zunächst unklar. Getroffen worden sei unter anderem das öffentliche Stadion, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Unter den Opfern seien auch fünf IS-Kämpfer. Seine Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Brüchige Waffenruhe

Am Freitag hatte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Alexej Borodawkin, angekündigt, die syrische Armee plane unterstützt von russischen Streitkräften einen Angriff auf die größte Hochburg der Extremistenmiliz IS.

In Syrien wurde Ende Februar eine Waffenruhe ausgerufen. Allerdings sind islamistische Extremisten davon ausgenommen. Dem Bürgerkrieg sind seit dem Beginn vor mehr als fünf Jahren 270.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die diplomatischen Bemühungen um eine politische Lösung treten auf der Stelle. (red, APA, Reuters, 3.5.2016)

  • Rettungskräfte vor der al-Dabit-Geburtsklinik
    foto: reuters/sana

    Rettungskräfte vor der al-Dabit-Geburtsklinik

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