Judaistik: Österreicherin Kogman-Appel erhält Humboldt-Professur

3. Mai 2016, 12:21
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Höchstdotierter deutscher Forschungspreis bringt bis zu fünf Millionen Euro mit sich

Berlin – Die aus Österreich stammende Judaistin Katrin Kogman-Appel erhält eine Humboldt-Professur und damit den höchstdotierten deutschen Forschungspreis. Sie wechselte dafür von der Ben-Gurion-Universität des Negev an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Fünf weitere ausländische Forscher erhalten am Dienstag in Berlin die mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotierten Humboldt-Professuren.

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung will mit der Auszeichnung deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Chance geben, weltweit führenden Wissenschaftern konkurrenzfähige Rahmenbedingungen und eine langfristige Perspektive für die Arbeit in Deutschland zu bieten. Die Preisträger wurden von den Hochschulen nominiert. Finanziert werden die Professuren vom deutschen Forschungsministerium.

Forschungsschwerpunkt

Katrin Kogman-Appel gilt laut Humboldt-Stiftung in der jüdischen Kunstgeschichte des Mittelalters als weltweit führend. Sie verstehe dabei Kunstgeschichte als Kulturgeschichte und verbinde sie stets mit sozialhistorischen und religionsgeschichtlichen Fragen. Als exemplarisch für diesen Ansatz nennt die Stiftung Kogman-Appels Arbeiten zum sogenannten Leipziger Machsor, eine um 1310 in Südwestdeutschland entstandene Sammlung von Gebeten für jüdische Festtage und eines der berühmtesten Beispiele der hebräischen Buchmalerei des Mittelalters.

An der Universität Münster, wo Kogman-Appel seit November des vergangenen Jahres tätig ist, soll sie die interdisziplinäre geisteswissenschaftliche Forschung stärken und insbesondere zur Etablierung der Judaistik neben den bestehenden Forschungen zum Christentum und Islam in Münster beitragen.

Werdegang

Die gebürtige Österreicherin Katrin Kogman-Appel wechselte nach ihrem Studium der Judaistik und ihrer Promotion 1986 an der Universität Wien an die Hebrew University in Jerusalem, wo sie 1994 ein PhD-Studium in Kunstgeschichte abschloss. Nach Stationen an der University of Pittsburgh (USA) und der mexikanischen Universidad Hebraica kam sie 1996 zunächst als Dozentin an die Ben-Gurion-Universität, wo sie zuletzt den "Evelyn Metz Memorial Research Chair" innehatte.

Weitere neue Inhaber einer Humboldt-Professur sind die beiden Mathematiker William Crawley-Boevey (Universität Bielefeld) und Andreas S. Schulz (TU München), die Ökologin Tiffany Knight (Universität Halle-Wittenberg), die Islamwissenschafterin Judith Pfeiffer (Universität Bonn) und der Physiker Wolfgang Wernsdorfer (Karlsruher Institut für Technologie). (APA, 3. 5. 2016)


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