Bankomatgebühr: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

2. Mai 2016, 18:14
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Bei den Kosten für das Abheben im In- oder im Ausland gibt es vieles zu beachten. Jedes Institut, jedes Land hat eigene Regeln

Frage: Fallen beim Geldausgabeautomaten im Ausland Gebühren an?

Antwort: Innerhalb der EU gilt die Regel, dass eine Geldbehebung in Euro im Ausland nicht mehr kosten darf als im Heimatstaat. Das gilt auch etwa für Krone-Abhebungen in Schweden oder für Pfund-Behebungen in Großbritannien.

Frage: Wie sieht es in den EU-Staaten aus, die nicht den Euro als Währung haben?

Antwort: Wer sich Geld in einer anderen Währung vom Geldautomaten im Ausland auszahlen lässt, muss damit rechnen, dass er Gebühren oder Umrechnungskosten zahlen muss. Es wird deshalb empfohlen, dass man sich vor einem Auslandsaufenthalt bei der eigenen Bank über Kosten und Gebühren im Zielland informiert. Diese orientieren sich im Normalfall prozentual an der abgehobenen Bargeldsumme. Häufig gibt es auch eine Mindestgebühr von fünf Euro.

Frage: Wie sieht es bei Abhebungen außerhalb der EU aus?

Antwort: Auch das variiert stark von Fall zu Fall und kann richtig teuer werden. Gebühren für Barabhebungen im Nicht-EU-Ausland unterliegen keiner generellen Regelung. Die einzelnen ausländischen Banken können ihre Konditionen selbst festlegen.

Frage: Kann ich auf meine Kreditkarte mit Bankomatfunktion ausweichen?

Antwort: Wenn man eine Kreditkarte besitzt, bei der Bargeldabhebungen kostenlos sind, bedeutet das nicht, dass bei einer Abhebung im Ausland nicht Fremdwährungskosten entstehen. Auch das muss man von Land zu Land prüfen.

Frage: Habe ich bei einer österreichischen Bank mit einem großen Auslandsnetzwerk Vorteile?

Antwort: Auch das ist von Fall zu Fall zu prüfen. Jedenfalls gibt es österreichische Banken, die innerhalb ihres Netzwerkes keine Gebühren oder Umrechnungsspesen für Abhebungen garantieren.

Frage: Kann man aus der ganzen Diskussion eine Konklusio ziehen?

Antwort: Ja. Am besten ist es, innerhalb des Filialnetzes der eigenen Bank Geld zu beheben, da ist man mit den Kosten auf der sicheren Seite. Da die Kontoführungspakete manchmal nur eine fixe Anzahl von Behebungen beinhalten, sollte man den Bankomaten um ordentliche Summen, nicht um Peanuts, bemühen. Künftig wird es auch wichtig, dass man bei einem Finanzinstitut das Konto hält, das über ein ordentliches Bankomatennetz, zumindest in Österreich, verfügt. (Johanna Ruzicka, 2.5.2016)

  • Finanzminister Hans Jörg Schelling ist gegen ein gesetzliches Verbot von Spesen bei der Bankomatbehebung.
    foto: apa/fohringer

    Finanzminister Hans Jörg Schelling ist gegen ein gesetzliches Verbot von Spesen bei der Bankomatbehebung.

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