Gerald Fleischhacker: "Wir hauen ihnen schon ordentlich eine obe"

Interview3. Mai 2016, 10:00
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Neben der üblichen Unterstützung hat der Moderator in der dritten Staffel von "Bist Du deppert!" neue Aufdeckungshelfer: Andreas Vitásek und Nadja Maleh

Wien – Mit der zweiten Staffel Bist Du deppert! konnte Gerald Fleischhacker inklusive Entourage ein Quotenplus von 43 Prozent verzeichnen und erreichte damit durchschnittlich 217.000 Zuschauer pro Folge. Am Dienstag stellt der ehemalige Radiosprecher dem Puls-4-Publikum ab 20.15 Uhr die dritte Staffel seines Aufdeckerformats vor.

STANDARD: Weshalb ein witziges Format bei so ernsten Themen?

Fleischhacker: Gregor Seberg sagt immer so schön: "Uns bleiben zwei Möglichkeiten: entweder total ausflippen und verzweifeln oder die Situation über den Schuhlöffel des Humors abarbeiten." Mit dem Humor kommt, denke ich, auch die Breite. Außerdem ist es sicher auch interessant zu sehen, wie sich Kabarettisten mit ernsten Themen beschäftigen.

STANDARD: Wie kommt ein Quotenanstieg von 43 Prozent zustande?

Fleischhacker: Manche von uns kennt man aus Wir sind Kaiser oder Soko Donau. Ich glaube nicht, dass sich die Menschen einen Fall wie das Schubhaftzentrum Vordernberg – eine der größten Schweinereien, die passiert sind – anschauen würden, wenn einfach eine Reportage über das Thema laufen würde. Und wir sind auch sehr frech. Wir hauen ihnen schon ordentlich eine obe. Das macht es, glaube ich, auch aus.

STANDARD: Wäre das Format auch etwas für den ORF, oder ist es auf Puls 4 zugeschnitten?

Fleischhacker: Die Sendung ist im Endeffekt bei Puls 4 gelandet, sie ist allerdings nicht auf Puls 4 zugeschnitten. Und ich denke, das ist auch gut so, weil wir doch sehr politisch sind und sehr konkret mit Namen. Im ORF würde das in der Art und Weise nicht gehen.

STANDARD: Nicht jeder ist glücklich über die Dreharbeiten. Beispiele?

Fleischhacker: Sie sind alle erst im Nachhinein wütend. Wenn wir dann noch einmal kommen würden, würden sie wohl Straßensperren auffahren. St. Veit an der Glan war sehr wütend, der Österreichische Skiverband – aber irgendwo findet man immer eine Skipiste zum Drehen.

STANDARD: Schaut Ihnen die Sales-Abteilung von Puls 4 auf die Finger?

Fleischhacker: Angeblich hat während der ersten Staffel die Abteilung keine Termine mehr bei einem Kunden bekommen, über den wir berichtet haben. Angekündigtes Werbevolumen wurde nicht gebucht – aber das sind nur Gerüchte.

STANDARD: Wie geht es mit den vorgestellten Fällen weiter?

Fleischhacker: Wir schauen nach, was in den einzelnen Fällen passiert und ob etwas passiert – in manchen Fällen sind durch uns diverse Untersuchungen eingeleitet oder bestärkt worden, die Medien haben die Themen aufgenommen, es gab parlamentarische Anfragen.

STANDARD: Gibt es Pläne für eine Rückschau?

Fleischhacker: Definitiv. Im Herbst wollen wir ganz konkret schauen, wo was weitergegangen ist. (Sandra Čapljak, 3.5.2016)


Gerald Fleischhacker begann seine Karriere bei Radio Maribor. 2011 gab er das Ö3-Mikrofon ab, seit April 2015 deckt er auf Puls 4 Steuerverschwendung auf.


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  • Das Aufdeckerformat geht in die dritte Staffel.
    foto: lisa-maria trauer

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  • Gerald Fleischhacker: "Im ORF würde das in der Art und Weise nicht gehen."
    foto: foto: lisa-maria trauer

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