Frost: Rupprechter will Bauern unterstützen

2. Mai 2016, 16:17
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Der Landwirtschaftsminister kündigt Maßnahmen zur Unterstützung der Bauernnach dem Wetterumschwung an

Wien – Der überraschende Wetterumschwung vergangene Woche führte zu hohen Schäden in der heimischen Landwirtschaft, Betriebe in ganz Österreich sind betroffen. "Viele Bauern sind nach den Frostschäden in ihrer Existenz bedroht – und das in ohnehin schweren Zeiten", sagte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter am Montag und kündigte ein Paket aus kurz- und mittelfristig wirksamen Maßnahmen an.

Die österreichische Hagelversicherung bezifferte die Gesamtschäden vorläufig mit über 200 Mio. Euro, allein in der Steiermark rechnet man mit Schäden von 120 Millionen Euro. "Praktische alle Kulturen sind betroffen. Gewaltige Schäden im Weinbau gab es vor allem in der Steiermark, wo es teilweise zu Totalausfällen kam", sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes. Auch bei Steinobst, Beeren, Kürbis, Mais sowie Laub- und Christbäumen werde es große Einbußen geben.

Zur Absicherung der landwirtschaftlichen Betriebe sollen zunächst Mittel aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt werden, dafür gebe es bereits die Zusage aus dem zuständigen Finanzministerium. Gespräche zur Umsetzung sollen im Laufe der Woche stattfinden. Ab sofort können alle Betriebe auch um eine Stundung der Agrarinvestitionskredite ansuchen.

"Vorsorge ist wichtig"

"Die aktuellen Ereignisse zeigen zudem, dass Bauern auch selbst vorsorgen müssen", sagt Rupprechter und verweist auf die kürzlich beschlossenen Änderungen in der Ernteversicherung. Demnach soll die staatliche Bezuschussung der Versicherungsprämien für Schäden durch Frost, Sturm, Starkregen und Dürre bis 2020 um rund 76 Millionen Euro ausgeweitet werden.

Eine weitere Änderung gibt es auch im Investitionsprogramm zur landwirtschaftlichen Entwicklung und damit bei der Förderung für die Anlage von Erwerbsobstkulturen sowie den Schutz von Obst-und Weinbaukulturen. Bei Schutzanlagen wird die Mindestinvestitionsgrenze von 10.000 auf 5.000 Euro gesenkt, damit auch kleinere Betriebe davon profitieren können. Für das Programm zur landwirtschaftlichen Entwicklung stehen jährlich 102,9 Millionen zur Verfügung, mit der Änderung erhöht sich das zur Verfügung stehende Kapital bis 2020 um 24 Millionen Euro.

Aussetzen der Sozialversicherungsbeiträge gefordert

Bauernbund-Präsident Jakob Auer verlangt zudem das einmalige Aussetzen der bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträge im dritten Quartal, das würde den Betrieben 160 Millionen Euro bringen. Das werde er Montagnachmittag mit dem Finanzministerium verhandeln.

In diesem Zusammenhang spricht er auch die "generell schwierige Lage von landwirtschaftlichen Betrieben" an und kritisiert abermals den Preisverfall bei Milch und Schweinefleisch. Bereits das fünfte Jahr in Folge müssten landwirtschaftliche Betriebe mit einem erheblichen Einkommensminus rechnen.

"Auch Handelsketten sollten jetzt erkennen, dass wir handeln müssen", fordert Auer und greift Spar-Chef Drexel an, der zuletzt die Preise für Milchprodukte dauerhaft gesenkt hat. Dieser soll "vernünftige Preise verlangen und nicht nur predigen, was er für die heimische Landwirtschaft alles tun wolle". (APA, 2.5.2016)

  • Kaputter Wein.
    foto: apa/daniel karmann

    Kaputter Wein.

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