Menstruationszyklus schützt Frauen vor Nierenerkrankungen

2. Mai 2016, 15:57
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Forscher der Medizin Uni Innsbruck haben herausgefunden, dass sich Nierenzellen von Frauen besser regenerieren können. Grund dafür: Hormone des Monatszyklus

Frauen sind weniger anfällig für Nierenerkrankungen. Forscher der Medizin Uni Innsbruck haben nun eine mögliche Erklärung dafür gefunden: Hormone des Monatszyklus der Frau könnten dafür verantwortlich sein, dass sich Nierenzellen besser regenerieren können. Mit diesen Erkenntnissen hofft man, zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beitragen zu können.

In Österreich beginnen pro Jahr rund 1.200 Menschen mit einer Nierenersatztherapie. Davon sind allerdings nur etwa 35 Prozent Frauen. Darüber hinaus ist durch klinische Studien belegt, dass Frauen ein um etwa 10 Prozent geringeres Risiko haben, ein akutes Nierenversagen zu entwickeln. Bisher ist allerdings nicht bekannt, warum Frauen weniger anfällig für eine Erkrankung der Nieren sind als Männer.

Die jüngsten Forschungserkenntnisse der Medizinischen Universität Innsbruck lassen die internationale Fachwelt jetzt aufhorchen: Die Ergebnisse der Innsbrucker Forscher weisen darauf hin, dass der weibliche Menstruationszyklus einen positiven Effekt auf die Nieren haben könnte.

Nierenregeneration verbessert

Für die Studie wurden Harnproben von Frauen, die noch nicht in der Menopause sind, gezielt analysiert. "Wir konnten dabei zeigen, dass abhängig vom Menstruationszyklus bestimmte Enzyme, nämlich Fructose-1,6-bisphosphatase und Glutathion-S-transferase alpha, vorübergehend vermehrt ausgeschieden werden", erklärt die Leiterin der Forschungsgruppe an der Sektion für Physiologie, Judith Lechner.

"Dies weist darauf hin, dass, bedingt durch die Hormone des weiblichen Zyklus, die Nierenregeneration bei Frauen besser funktionieren könnte als bei Männern." Das wäre eine mögliche Erklärung dafür, warum Frauen seltener von Nierenversagen betroffen sind als Männer. "Unsere Erkenntnisse könnten für die zukünftige Entwicklung von neuen Therapeutika bei Nierenerkrankungen für Männer und Frauen von Bedeutung sein", sagt Lechner. Die Forschung wurde durch die Förderung des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank ermöglicht.

Die Ergebnisse sind im renommierten Fachjournal der "Amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (JASN – Journal of the American Society of Nephrology) veröffentlicht worden. Das Hauptziel der Gesellschaft ist die Bekämpfung von Nierenerkrankungen auf internationaler Basis. (red, 2.5.2016)

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