Wiener Gremiensitzungen hinter verschlossenen Türen

2. Mai 2016, 14:46
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Parteispitze an Journalisten vorbeigeschleust – Oberhauser: "Werden versuchen, gemeinsame Linie zu finden" – "Wiener Ausschuss" begann mit einer Stunde Verspätung

Wien – Die Wiener SPÖ tagt seit Montagfrüh hinter verschlossenen Türen. Nach dem Präsidium und dem länger als geplant dauernden Vorstand ist um 13 Uhr mit einer Stunde Verspätung das größte Parteigremium, der "Wiener Ausschuss", zusammengetreten. Inhaltlich war kaum etwas in Erfahrung zu bringen, da Medienvertreter keinen Zutritt zum Bereich vor dem Sitzungssaal im Rathaus hatten.

Parteispitze wich Journalisten aus

Die roten Spitzenvertreter – darunter Landesparteichef Michael Häupl, Nationalratspräsidentin Doris Bures, diverse Stadträte und der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer – nahmen einen Weg hinter der Absperrung in Richtung Stadtsenatssitzungssaal, um wartenden Journalisten ausweichen zu können. Einzig Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, auch stellvertretende Bundesparteivorsitzende, nahm vor Beginn des Ausschusses kurz Stellung.

Man werde hoffentlich über Themen und nicht über Personal diskutieren, sagte Oberhauser. Eine Spaltung der Wiener SPÖ verneinte sie, Differenzen räumte sie aber ein: "So ist es, und wir werden versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden." Ihr selbst sei es angesichts der Maifeier auf dem Rathausplatz "schon besser gegangen".

Ausschuss mit 160 Delegierten

Der Ausschuss, dem rund 160 Delegierte angehören, wird wohl bis in die Nachmittagsstunden um eine Position ringen. Neben dem unerfreulichen 1. Mai und den Differenzen in der Flüchtlingslinie dreht sich die Diskussion auch um die Frage, ob der Bundesparteitag vorverlegt werden soll. Parteichef und Kanzler Werner Faymann hatte das zuletzt abgelehnt. Er will sich im November als Vorsitzender wiederwählen lassen. (APA, red, 2.5.2016)

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