Aserbaidschanische Journalistin Ismayilova erhält Unesco-Preis

2. Mai 2016, 13:25
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Investigativjournalistin seit Dezember 2014 in Haft

Baku/Wien – Die aserbaidschanische Journalistin Khadija Ismayilova hat den diesjährigen UNESCO-Preis für Pressefreiheit gewonnen. Die inhaftierte Investigativjournalistin wird den mit 25.000 US-Dollar (22.000 Euro) dotierten Guillermo Cano-Preis, der am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, in Helsinki verliehen wird, nicht persönlich entgegen nehmen können.

"Khadija Ismayilova hat den Preis sehr verdient und ich bin glücklich zu sehen, dass ihr Mut und ihre Professionalität anerkannt werden", erklärte Ljiljana Zurovac, Präsidentin der internationalen Jury des Guillermo Cano-Preises 2016, am Montag in einer Aussendung.

Berichterstattung über Korruption

Ismayilova war mit ihrer Berichterstattung für Radio Free Europe über Korruption in Aserbaidschan bekannt geworden, in die Präsident Ilham Aliyev und dessen Familie verwickelt sein sollen. Die investigative Journalistin war im September 2015 in einem umstrittenen Prozess in der autoritär regierten Südkaukasusrepublik zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ihr wurden mehrere Finanzvergehen wie Steuerhinterziehung und Unterschlagung vorgeworfen. Sie befindet sich seit Dezember 2014 in Haft.

Human Rights Watch

Ismayilova wurde 2015 von Human Rights Watch (HRW) ein Menschenrechtspreis zuerkannt. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte hat die Freilassung Ismayilovas gefordert. Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, die Frau von Hollywood-Star George Clooney, hatte angeboten, für Ismayilova vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zu ziehen. (APA, 2.5.2016)

  • Die Journalistin Khadija Ismayilova auf einem Foto aus dem Jahr 2014.
    foto: ap / aziz karimov

    Die Journalistin Khadija Ismayilova auf einem Foto aus dem Jahr 2014.

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