Komplett unterschiedliche Mathe-Aufgaben für AHS- und BHS-Zentralmatura

Video2. Mai 2016, 12:56
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Zehn unterschiedliche Formate allein an BHS – AHS haben einheitliche Aufgaben

Wien (APA) – Komplett unterschiedliche Aufgaben und auch Beurteilungen gibt es bei der Mathematik-Zentralmatura für AHS und BHS. Während zumindest an allen AHS die Aufgaben einheitlich sind, gibt es an den BHS jeweils einen BHS-einheitlichen und einen je nach BHS-Form unterschiedlichen Teil.

An den AHS besteht die Mathe-Klausur aus zwei Teilen zu je 24 Punkten und dauert 270 Minuten. Den ersten Teil bilden 24 sogenannte "Typ-1-Aufgaben", bei denen die Schüler Grundwissen und Grundfertigkeiten "ohne darüber hinausgehende Eigenständigkeit" nachweisen müssen. Die Aufgaben können dabei nur als gelöst (ein Punkt) bzw. nicht gelöst (null Punkte) bewertet werden. Nach 120 Minuten muss das Teil-1-Aufgabenheft abgegeben werden.

Selbstständige Wissensanwendung

Der zweite Teil besteht aus vier bis sechs umfangreicheren "Typ-2-Aufgaben" (mit je zwei bis sechs Unteraufgaben), bei denen eine "selbstständige Anwendung von Wissen und Können erforderlich ist". Pro Unteraufgabe können dabei null bis zwei Punkte verteilt werden. Für die Bearbeitung des zweiten Teils stehen 150 Minuten zur Verfügung.

Für ein "Genügend" müssen im ersten Teil zwei Drittel der Aufgaben richtig gelöst, also 16 Punkte erreicht werden – unabhängig von der Punkteanzahl im zweiten Teil. Ausnahme: Im zweiten Teil können noch extra gekennzeichnete sogenannte "Ausgleichspunkte" gesammelt werden, die für den ersten Teil angerechnet werden. Wer also etwa 13 Punkte im ersten Teil und drei "Ausgleichspunkte" im zweiten sammelt, ist ebenfalls noch positiv. Die "Ausgleichspunkte" werden ausschließlich für bestimmte, eigens gekennzeichnete Aufgabenstellungen vergeben.

Unter der Voraussetzung, dass im ersten Teil bzw. mit den "Ausgleichspunkten" 16 Punkte erreicht wurden, gibt es bis 23 Punkte einen Vierer, zwischen 24 und 32 Punkten einen Dreier, zwischen 33 und 40 Punkten einen Zweier und ab 41 Punkten ein "Sehr Gut".

Unterschiedliche Aufgabenformate

Die Aufgaben haben unterschiedliche Formate: Neben offenen Formaten, bei denen einfach die Antwort zu einer Aufgabenstellung ins Aufgabenheft geschrieben werden muss, gibt es noch Zuordnungsaufgaben (Antwortmöglichkeiten müssen Aussagen zugeordnet werden), Konstruktionsaufgaben (Ergänzung von Punkten, Geraden bzw. Kurven), diverse Multiple-Choice-Formate sowie Lückentexte.

Auch an den BHS werden im ersten, an allen Schulen gleichen Teil die Grundkompetenzen abgefragt. Hier sind zumindest vier Aufgaben mit je zwei bis vier Unteraufgaben zu lösen, wobei für jede Unteraufgabe ein bis drei Punkte vergeben werden.

Für den zweiten Teil gibt es dann zehn verschiedene Varianten (sechs für die unterschiedlichen Formen der Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) und je eine für Handelsakademien(HAK), Humanberufliche Schulen(HUM), Bildungsanstalten für Kindergarten- bzw. Sozialpädagogik (BAKIP bzw. BASOP), Höhere Schulen für Land- und Forstwirtschaft (HLFS). Enthalten sind zwei bis vier komplexe Aufgaben, für jede Unteraufgabe werden ein bis vier Punkte vergeben.

Viereinhalb Stunden Zeit

Die Dauer ist mit 4,5 Stunden gleich wie an den AHS. Allerdings gibt es an den BHS aufgrund der vielen Matura-Varianten keinen vergleichbaren, fixen Punkteschlüssel. Im Zuge der Aufgabenentwicklung werden alle Punkte einer Aufgabe von externen Mathematiklehrern nach ihrer Schwierigkeit bewertet. Daraus ergibt sich dann eine "Gesamtschwierigkeit" für jedes Klausurheft. Um die unterschiedliche Schwierigkeit in den einzelnen Klausurheften auszugleichen, wird der Beurteilungsschlüssel deshalb angepasst.

Sowohl an AHS als auch BHS dürfen aus dem Unterricht gewohnte technologische Hilfsmittel (z. B. Taschenrechner) und approbierte Formelsammlungen grundsätzlich verwendet werden. (APA, 2.5.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa / hans klaus techt
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