Verbraucherschützer kritisieren fest eingebaute LED-Lampen

2. Mai 2016, 12:12
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Bei fast einem Drittel der Leuchten können Lampen nicht ausgetauscht werden

Mainz – Immer mehr Decken-, Tisch- oder Stehleuchten haben fest eingebaute LED-Lampen, die nicht ausgetauscht werden können. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz überprüfte in einer Stichprobe mehr als 4.000 Leuchten aus fünf Baumärkten. Das Ergebnis: Bei fast einem Drittel der Leuchten, in zwei Baumärkten sogar bei über 40 Prozent, waren die Leuchtmittel nicht austauschbar.

"Diese Entwicklung sehen wir mit Sorge", erklärte die Energieexpertin der Verbraucherzentrale, Elke Dünnhoff. Gehen einzelne LED-Lampen nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist von zwei Jahren kaputt, "dann muss man sie auf eigene Kosten reparieren lassen – oder die gesamte Leuchte landet auf dem Müll."

Langlebige LEDs

Zwar seien LEDs in der Regel sehr langlebig. Laut Herstellerangaben hielten sie etwa 15 bis 25 Jahre, erklärte Dünnhoff. Doch gebe es Schlupflöcher bei den vorgeschriebenen Produkttests. So müsse die Mindestlebensdauer von 6.000 Stunden nur von 90 Prozent der getesteten Lampen erreicht werden. Das entspreche einer Brenndauer von täglich drei Stunden in sechs Jahren. Zudem berücksichtigten die Tests keine Spannungsschwankungen, wie es sie im echten Stromnetz gebe.

Ein weiteres Schlupfloch sei die Ökodesign-Richtlinie für Lampen und Leuchten, wonach nur 50 Prozent der Lampen die auf der Verpackung angegebene Lebensdauer tatsächlich erreichen müssen. "Wer eine LED der anderen Hälfte erwischt, hat Pech gehabt", erklärte Dünnhoff. (APA, 2.5.2016)

  • Symbolbild: LED-Lichter, im Bild – nicht verbaut.
    foto: afp / dale de la rey

    Symbolbild: LED-Lichter, im Bild – nicht verbaut.

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