Teilsperre der U4: Befürchtetes Chaos zu Wochenbeginn blieb aus

Video2. Mai 2016, 12:04
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Zusatzbus U4Z verkehrte in dichten Intervallen – Stau im Morgenverkehr

Wien – Die Teilsperre der Wiener U-Bahn-Linie U4 hat am ersten Werktag seit dem Inkrafttreten für keine größeren Schwierigkeiten gesorgt. Die Situation sei "recht entspannt", sagte ein Wiener-Linien-Sprecher am Montagvormittag zur APA. "Es zeigt sich, unsere Informationsoffensive hat gewirkt." Auch vonseiten des ÖAMTC hieß es: "In Summe ist vorerst das große Chaos ausgeblieben."

Voll gestopfte Ersatzbusse und ein befürchtetes Verkehrschaos blieben aus, wie auch ein APA-Lokalaugenschein ergab. Die Fahrgäste auf dem betroffenen Abschnitt zwischen der Endstation Hütteldorf und der Station Hietzing fanden sich Montag früh mithilfe der Hinweisschilder gut zurecht und wichen vor allem auf die Schnell- und Straßenbahnen aus. Auch Mitarbeiter der Wiener Linien waren ausgeschwärmt, um bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Zusatzbus U4Z, der bei sämtlichen gesperrten Stationen hielt, verkehrte im Drei-Minuten-Takt und war durch die dichten Intervalle teilweise sogar kaum gefüllt.

Vereinzelt verärgerte Reaktionen

Unter den Fahrgästen gab es dennoch vereinzelt verärgerte Reaktionen über den längeren Arbeitsweg: "Es ist schon umständlicher für mich", sagte eine Frau im Gespräch mit der APA. Ein Mann, der den Weg in die Arbeit nun zu Fuß statt mit der U-Bahn zurücklegt, verstand nicht, warum die Sperre so lange dauert. "Es wurde früh genug kommuniziert, ich habe kein Problem damit. Es muss eben sein", zeigte eine andere Frau dagegen Verständnis.

"Wir haben in den letzten zwei Wochen alle Register gezogen, um die Fahrgäste zu erreichen und zu schauen, dass niemand unangenehm überrascht wird von der U4-Sperre", sagte der Wiener-Linien-Sprecher. Der Verkehr auf den Ersatzrouten funktioniere gut, versicherte er. Viele Pendler würden in der Schnellbahn sitzen bleiben und bis zum Westbahnhof bzw. Hauptbahnhof weiterfahren, viele auch auf Straßenbahnen ausweichen.

64.000 Plätze in Zusatzbussen

Mit den Zusatzbussen, die verständlicherweise die U-Bahn nicht ersetzen können, wie der Sprecher weiters betonte, und den verstärkten Intervallen der Straßenbahnen habe man jedoch 64.000 zusätzliche Plätze geschaffen. "Klar ist, so etwas braucht immer ein paar Tage, um sich einzuspielen. So eine Baustelle ist immer auch eine Einschränkung für die Fahrgäste", sagte der Sprecher und kündigte auch an: "Wir werden schauen, ob es noch Details gibt, die wir optimieren können, damit es ganz perfekt läuft." Die Wiener Linien empfehlen jedenfalls, auf andere Öffis umzusteigen – beispielsweise auf die Schnellbahnlinien S45, S50 und S80 oder auf die Straßenbahnlinien 49, 52 und 58, die in dichteren Intervallen fahren.

Staus am Vormittag

Auch auf der Straße hielten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen. Zwischen sieben und neun Uhr habe es zwar von der Kennedybrücke in Hietzing bis Meidling gestaut – derzeit gebe es aber keine Staus, informierte ein ÖAMTC-Sprecher die APA. "Prekärer wird es am Abend", befürchtete er. Es sei jedoch der erste Arbeitstag, die Leute müssten sich erst an die neue Situation gewöhnen.

Die Teilsperre der U4 wird vier Monate dauern. Ab 2. Juli wird die Sperre noch um eine Haltestelle erweitert. Dann kommt man mit der U-Bahn Richtung Hütteldorf nur noch bis Schönbrunn. Pünktlich zum Schulbeginn am 5. September sollen die Züge schließlich wieder auf der gesamten Strecke fahren. Grund für die Maßnahme sind Sanierungsarbeiten am West-Ast der grünen Linie.

Erhebliche Staus am Samstag

Am ersten Tag des Inkrafttretens der Teilsperre am Samstag sind die befürchteten Staus nicht ausgeblieben. Die Verkehrsbeeinträchtigung fiel sogar viel deutlicher aus als erwartet: Samstagvormittag reichte die Blechschlange in Fahrtrichtung stadtauswärts über die Schlossalle hinaus bzw. bis zum Schloss Schönbrunn zurück, berichtete der ÖAMTC.

Schuld ist der Umstand, dass für den Ersatzverkehr mit Bussen, die im Drei-Minuten-Takt verkehren, die bisherige Spur zum Linksabbiegen von der Hadikgasse bis in den Bereich Kennedybrücke für den übrigen Verkehr gesperrt werden musste, was die Polizei am Samstag auch akribisch kontrollierte. Übrig sind nunmehr über den größten Teil der Strecke nur mehr zwei Spuren, ganz rechts für geradeaus und rechts abbiegende Fahrzeuge und eine zweite für geradeaus und Linksabbieger, wodurch auf einer Hauptverbindung nach Hietzing und zum Schloss sowie Tiergarten Schönbrunn ein Nadelöhr entstanden ist. Stadteinwärts gab es im betroffenen Bereich vorerst hingegen keine Probleme. (APA, 2.5.2016)

  • Die Teilsperre der U4 (Hütteldorf – Hietzing) wird vier Monate dauern. Ab 2. Juli wird die Sperre noch um eine Haltestelle erweitert. Dann kommt man mit der U-Bahn Richtung Hütteldorf nur noch bis Schönbrunn.
    grafik: der standard

    Die Teilsperre der U4 (Hütteldorf – Hietzing) wird vier Monate dauern. Ab 2. Juli wird die Sperre noch um eine Haltestelle erweitert. Dann kommt man mit der U-Bahn Richtung Hütteldorf nur noch bis Schönbrunn.

  • Die Teilsperre der Wiener U-Bahn-Linie U4 hat am ersten Werktag seit dem Inkrafttreten für keine größeren Schwierigkeiten gesorgt.
    foto: apa/helmut fohringer

    Die Teilsperre der Wiener U-Bahn-Linie U4 hat am ersten Werktag seit dem Inkrafttreten für keine größeren Schwierigkeiten gesorgt.

  • Voll gestopfte Ersatzbusse und ein befürchtetes Verkehrschaos blieben aus.
    foto: apa / helmut fohringer

    Voll gestopfte Ersatzbusse und ein befürchtetes Verkehrschaos blieben aus.

  • Auf der Straße hielten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen. Zwischen sieben und neun Uhr habe es laut ÖAMTC von der Kennedybrücke in Hietzing bis Meidling gestaut.
    foto: apa / helmut fohringer

    Auf der Straße hielten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen. Zwischen sieben und neun Uhr habe es laut ÖAMTC von der Kennedybrücke in Hietzing bis Meidling gestaut.

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