"Second Life": Trump-Dämonen mit Hakenkreuzen belagern Fans von Bernie Sanders

4. Mai 2016, 09:33
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Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA treibt auch in "Second Life" skurrile Blüten

Bernie Sanders und Donald Trump sind wohl jene Kandidaten, die im laufenden Vorwahlkampf um die US-Präsidentschaft ideologisch am weitesten auseinander stehen. Während der Demokrat Sanders zumindest noch hypothetische Chancen hat, seine innerparteiliche Konkurrentin Hillary Clinton zu überholen, ist – zum Ärger des Establishments – Trump bei den Republikanern die Nominierung wohl nicht mehr zu nehmen. Denn sein stärkster Widersacher, Ted Cruz, hat sich aus dem Rennen verabschiedet.

Eine skurrile Auseinandersetzung der beiden Lager findet aktuell in der virtuellen Welt des einst gehypten Online-Games "Second Life" statt. Dort betreiben Sanders-Fans in der Region Caspoli ein digitales Hauptquartier für "Bernie", in dem sie sich über Neuigkeiten austauschen. Das haben nun auch Anhänger von Donald Trump entdeckt – und eine Belagerung gestartet, wie Vice dokumentiert.

foto: waliberals/second life

Spammende Dämonen, Hakenkreuz-Flaggen

Die Unterstützer des umstrittenen Geschäftsmannes tauchen regelmäßig in Form von Dämonen auf. So störten sie etwa auch schon eine virtuelle Wahlveranstaltung, in dem sie um die Kundgebung herumflogen und den Chat mit dem Text "TRUMP! TRUMP! TRUMP!" fluteten. Auch tauchten immer wieder Trump-Fans mit Hakenkreuzfahnen auf.

Schließlich reagierten die Sanders-Anhänger, in dem sie die "dämonischen" Störenfriede einfach von ihrem digitalen Grundstück verbannten, ein Recht, das jedem zusteht, der ein solches in dem Spiel erwirbt.

foto: waliberals/second life

Trump-Mauer mit gefährlichem Link

Auch darauf hatten ihre politischen Gegner eine Antwort. Denn einer von ihnen sicherte sich das benachbarte Grundstück und errichtete darauf eine riesige Werbetafel. Darauf auch ein Abbild des republikanischen Frontrunners, aus dessen Mund Feuerwerk schießt und das praktisch am gesamten Grundstück der Sanders-Unterstützer sichtbar ist.

Folgt man dem anklickbaren Link auf dem Monument, landet man laut einem Bericht auf Washington Liberals nicht, wie versprochen, im Hauptquartier der Trump-Anhänger in der Welt, sondern auf einer bösartigen Website, die versucht, einen Virus zu installieren. Mittlerweile wurde das Trump-Monument mit einer großen, blauen Wand "abgeschirmt".

Fortsetzung folgt

Es dürfte nicht das letzte Kapitel dieser eigenwilligenm Auseinandersetzung gewesen sein. Obwohl der Hype um "Second Life" längst verflogen ist, wird die Plattform immer noch rege genutzt. Im Sommer soll ein auf Virtual Reality fokussierter Nachfolger an den Start gehen – auch dort ist wohl mit politischen Auseinandersetzungen zu rechnen. (gpi, 04.05.2016)

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