CIA twittert Minutenprotokoll der Bin-Laden-Tötung

2. Mai 2016, 09:38
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Ungewöhnliche Onlineaktion des US-Geheimdiensts stößt auf Kritik – CIA-Chef Brennan: Ähnliche Aktion gegen IS-Anführer Baghdadi nötig

Washington/Abbottabad – Fünf Jahre nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden hat die CIA ein minutengenaues Protokoll der Kommandoaktion online gestellt. Unter dem Hashtag #UBLRaid notierte der US-Geheimdienst auf Twitter die einzelnen Schritte des Einsatzes – "so, als ob er heute stattfinden würde". Bin Laden wurde am 2. Mai 2011 von US-Spezialkräften in seinem Haus in Pakistan erschossen.

"1.51 Uhr – Hubschrauber fliegen aus Afghanistan Richtung Abbottabad, Pakistan", lautete einer der Tweets. Über die Ankunft der US-Spezialeinheit Navy Seals im Versteck Bin Ladens hieß es: "3.30 Uhr – 2 Hubschrauber landen auf Anwesen in Abbottabad, Pakistan. Einer stürzt ab, aber der Angriff wird ohne Verzögerungen oder Verletzte fortgesetzt."

Neun Minuten später wurde dann die Tötung verkündet. "Osama Bin Laden im dritten Stockwerk entdeckt und getötet." Zudem postete die CIA die berühmten Fotos von US-Präsident Barack Obama und anderen Regierungsvertretern, die den Einsatz damals im Lagezentrum des Weißen Hauses per Liveschaltung verfolgten.

Die ungewöhnliche Twitter-Aktion stieß bei einigen Nutzern auf Kritik. Ob nun auch ein Minutenprotokoll über den Abwurf der Atombombe in Hiroshima 1945 geplant sei, fragte Nutzer Kris Knight. "Oder ist das dann schlechter Geschmack?"


Einfluss auf IS

CIA-Chef John Brennan äußerte sich zum Jahrestag zu einer möglichen Aktion gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat". Auf die Frage, ob ein ähnliches Vorgehen gegen IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi denkbar sei, sagte Brennan am Sonntag im Fernsehsender NBC: "Wir müssen die Führung beseitigen, die die Organisation anweist, diese schrecklichen Angriffe auszuführen."

Brennan fügte hinzu: "Wenn wir Baghdadi bekämen, würde das einen großen Einfluss auf die Organisation haben, glaube ich." Das "neue Phänomen" des IS, der in zahlreichen Ländern vertreten sei, werde die USA noch in den kommenden Jahren beschäftigen. Baghdadi hatte 2014 mit seiner Organisation weite Teile des Irak und Syriens erobert und dort anschließend ein Kalifat ausgerufen. (APA, AFP, 2.5.2016)

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