Norwegens Staatsfonds will künftig auf zu hohe Chefgehälter achten

2. Mai 2016, 14:24
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Nach Anleger-Abstimmungen gegen Managervergütungen

Oslo/London/Boulogne-Billancourt – Der norwegische Pensionsfonds, größter Staatsfonds der Welt, will künftig auch die Chefgehälter der Unternehmen unter die Lupe nehmen, in die er investiert. "Das ist ein Thema, das wir uns ansehen werden", sagte eine Sprecherin der norwegischen Zentralbank, die den Fonds steuert. Es werde dazu demnächst ein Positionspapier geben.

Der Chef des Fonds, Yngve Slyngstad, hatte der "Financial Times" gesagt, bisher sei bei Investitionsentscheidungen eher die Gehaltsstruktur eines Unternehmens unter die Lupe genommen worden. "Angesichts der Entwicklung bei den Gehältern denken wir, dass wir uns auch anschauen sollten, welche Höhe angemessen ist."

Revolte gegen Bezahlung

Im April hatten die Aktionäre zweier großer Unternehmen gegen die Bezahlung des Chefs revoltiert. Die Anleger des britischen Ölkonzerns BP und des französischen Autokonzerns Renault hatten gegen die Gehälter der Unternehmenschefs gestimmt.

Der norwegische Pensionsfonds hat in rund 9.000 Unternehmen weltweit Geld investiert. Er ist auch sehr einflussreich, weil andere Investoren seinen Entscheidungen folgen.

Der Fonds speist sich aus den Einnahmen der Ölförderung. Die Leitlinien verbieten bereits Investitionen in Unternehmen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, Kinderarbeit ausnutzen, "besonders inhumane" Waffen fertigen oder Tabakprodukte herstellen. (APA, Reuters, 2.5.2016)

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