Regierungsdelegation setzt Jemen-Friedensgespräche aus

1. Mai 2016, 19:23
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Reaktion auf Einnahme von Militärstützpunkt durch Houthi-Rebellen

Sanaa – Nur einen Tag nach dem Start direkter Friedensgespräche der jemenitischen Konfliktparteien hat die Regierungsdelegation ihre weitere Teilnahme ausgesetzt. Als Grund nannte Außenminister Abdel-Malek al-Mikhlafi am Sonntag die Übernahme eines Militärstützpunktes sowie Waffenstillstandsverletzungen durch die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen.

Es werde erst wieder verhandelt, wenn die Aufständischen die Berücksichtigung des Waffenstillstandes garantierten, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Verhandlungen begannen am 21. April in Kuwait-Stadt unter UN-Schirmherrschaft. Am Samstag hatten sich Vertreter von Rebellen und Regierung erstmals direkt gegenüber gesessen. Im Anschluss war von "produktiven Gesprächen" die Rede gewesen.

Allerdings hatten die Rebellen noch am selben Tag den Militärstützpunkt Al-Umaliqa im Norden Jemens überrannt. Beide Seiten werfen sich vor, die Waffenruhe schon tausende Male gebrochen zu haben.

Die Houthi-Rebellen hatten Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und Präsident Abd Rabbu Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Im März 2015 startete dann eine von Riad geführte Militärallianz mit Angriffen auf die Aufständischen und ihre Verbündeten in der Armee, um Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Mehr als 6400 Menschen sind dem Konflikt zum Opfer gefallen. 2,8 Millionen Menschen flüchteten vor der Gewalt. (APA, 1.5.2016)

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