Mindestens 23 Tote bei schwerem Unwetter in Kenia

1. Mai 2016, 13:53
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16 Tote allein bei Hauseinsturz in Nairobi – 50 Bewohner noch vermisst

Nairobi – Heftiger Regen und Überschwemmungen haben in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mindestens 23 Menschen in den Tod gerissen. Allein beim Einsturz eines sechsstöckigen Wohnhauses am Freitagabend starben 16 Menschen, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Sieben weitere Menschen kamen während des Unwetters durch Überschwemmungen oder einstürzende Mauern ums Leben.

Präsident Uhuru Kenyatta besuchte die Trümmer des im strömenden Regen zusammengestürzten Wohnkomplexes, in dem mehr als 150 Familien lebten. Er ordnete die Festnahme des Eigentümers und der Ingenieure und Architekten des zwei Jahren alten Komplexes an, weil diese gegen die Bauauflagen verstoßen hätten. Demnach hatte die Bauaufsicht die Räumung des Gebäudes angeordnet, war damit aber auf taube Ohren gestoßen.

Bis Samstagfrüh wurden dutzende Menschen aus den Trümmern gerettet. Laut Rotem Kreuz wurden 50 Menschen vermisst. Es war aber unklar, ob sie sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebäude aufgehalten hatten oder für die Feiern zum ersten Mai zu Freunden oder Angehörigen gefahren waren.

In Kenia waren zuvor die heftigsten Niederschläge seit Beginn der Regenzeit niedergegangen. Mehrere Stadtteile Nairobis waren überflutet. Das eingestürzte Haus liegt im dicht besiedelten Armenviertel Huruma. Zwei Nachbargebäude wurden nun als gefährdet eingestuft und vorsorglich evakuiert.

In den vergangenen Jahren stürzten in dem ostafrikanischen Land immer wieder Gebäude ein. Kenia erlebt derzeit einen Bauboom, viele Gebäude werden dabei auf die Schnelle errichtet, dabei herrscht oftmals Pfusch am Bau. Der Immobilienboom hat vor allem Nairobi erfasst. Durch die immer größer werdende Mittelschicht stieg die Nachfrage nach Wohn- und Bürogebäuden, die Immobilienpreise explodierten. (APA, 1.5.2016)

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