Treichl: "Bankomat-Gebühren lösen Probleme der Banken nicht"

1. Mai 2016, 13:51
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Bei noch tieferen Zinsen will der Erste-Group-Chef die Millionen von "ein paar lustigen deutschen Milliardären" nicht

Wien – "Bankomatgebühren lösen die Probleme der Banken sicher nicht", sagte Erste-Group-Chef Andreas Treichl in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" und der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" am Wochenende. Die Einführung von Bankomatgebühren werde "die Ertragskraft der österreichischen Banken nicht evident ändern".

Die Erste Bank und die Sparkassen in Österreich hatten vor kurzem bestätigt, dass sie an die Einführung von Bankomatgebühren denken.

"Ich beschäftige mich mit dem Thema gar nicht", sagte Treichl nun im Interview. "Eine Abschaffung der Bankensteuer brächte wesentlich mehr." Er sei "zuversichtlich", dass die Bankensteuer bald fallen werde.

Treichl sprach sich neuerlich gegen Negativzinsen für Sparer aus. "Nein, mach ich nicht. Wenn die Zinsen noch weiter runtergehen und ein paar lustige deutsche Milliardäre das ausnützen und 500 Millionen bei uns anlegen wollen, sagen wir halt Nein."

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) lädt in die Diskussion um Bankomatgebühren die Banken für Montagvormittag zu einem "Bankomatgipfel". Schelling will vorschlagen, dass die Banken vorerst für Abhebungen an Automaten nichts verrechnen und in Zukunft die Kosten in ihren Kontopaketen berücksichtigen. Wer die Bank nur online nutzt und kaum Bargeld braucht, könnte dann ein Paket ohne oder mit wenigen Abhebungen nehmen, wer sich voll auf die Bankomatkarte verlässt, hätte ein anderes Paket – ähnlich wie es beim Handy verschiedene Paketlösungen gibt. (APA, 1.5.2016)

  • Andreas Treichl beschäftigt sich nicht mit Bankomatgebühren
    foto: reuters/bader

    Andreas Treichl beschäftigt sich nicht mit Bankomatgebühren

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