Venezuela droht auch noch Biermangel

1. Mai 2016, 13:10
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Der größte Brauer des Landes stellt mangels Rohstoffen die Produktion ein, die Vorräte reichen noch für zwei Wochen

Caracas – Der mit einer Marktabdeckung von fast 80 Prozent größte Bierbrauer Venezuelas hat wegen Gerstenmangels seine Produktion in allen vier Produktionsstätten vorläufig eingestellt. Die produzierten Vorräte würden noch maximal für zwei Wochen zum Verkauf reichen, sagte die Direktorin der Polar-Brauerei, Marisa Guinand, dem Sender Globovision.

Schuld sei die Devisenpolitik der Regierung, die es unmöglich mache, weitere Gerste aus dem Ausland einzuführen. "Polar hat Schulden von 170 Millionen US-Dollar (149 Millionen Euro) seit über zwei Jahren angehäuft und alle Kreditlinien sind erschöpft."

Seit Jänner habe man rund 150 Kommuniques an die Regierung geschickt, um auf die brenzlige Lage hinzuweisen. Polar ist der größte private Lebensmittelproduzent des Landes und ist immer wieder mit der sozialistischen Führung um Präsident Nicolas Maduro aneinander geraten. Bis zu 10.000 Arbeiter sind von dem Stopp betroffen. Die am Freitag vorerst freigestellten Arbeiter sollen als Vergütung eine Abfindung in Höhe des Basismonatslohns bekommen, sagte Guinand.

Polar kann nach eigenen Angaben bis zu 23 Millionen Hektoliter im Jahr produzieren. Venezuela steht am Rande des Ruins und muss darum kämpfen, milliardenschwere Auslandsanleihen zu bedienen. Durch ein kompliziertes Wechselkurssystem, das über die Zentralbank läuft, können Unternehmen kaum noch Material aus dem Ausland kaufen. Hinzu kommt eine dramatische Stromkrise, die höchste Inflation der Welt – der Alltag in dem ölreichen Land wird von Mangelwirtschaft bestimmt. (APA, 1.5.2016)

  • Dies ist ein deutsches Bier – da gibt es – anders als in Venezuela – keinen Mangel.
    foto: apa/dedert

    Dies ist ein deutsches Bier – da gibt es – anders als in Venezuela – keinen Mangel.

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