Wir haben "Game of Thrones" gesehen: S06 E02 – "Zu Hause"

Blog2. Mai 2016, 12:56
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Hodor, ein paar Mörder und ein bisschen Hokuspokus – und was sonst noch in Folge zwei der sechsten Staffel geschah

Spoiler! Spoiler! Spoiler! – Wer Angst hat, hier etwas über den Inhalt von "Game of Thrones" zu erfahren, der fürchtet sich ganz zu Recht. Sagen Sie dann bloß nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt vor den folgenden Informationen aus Westeros.

Zu sehen ist "Game of Thrones" zeitgleich mit der US-Ausstrahlung auf Sky Online.

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Trailer zur zweiten Folge der sechsten Staffel.

Jon Snow lebt. BAM! Auch wenn dieses grunderschütternde Ereignis erst ganz, ganz zum Schluss der Folge zwei eintritt – seien wir uns ehrlich: Das ist eigentlich das Einzige, was uns seit dem Start von Staffel 6 interessiert.

Dabei machte es erst gar nicht den Anschein, dass eine Wiederauferstehung tatsächlich ansteht, wurde doch schon die Beseitigung der Leiche per Verbrennen vorbereitet. Wildlinge und ein Riese gemeinsam mit den paar loyalen Snow-Anhängern stürmten Castle Black – gerade noch rechtzeitig, um Ser Davos und die trauernden Gesellen und Schneemänner zu retten. Für ein bisschen Gerechtigkeit sorgte schließlich, dass der Snow-Verräter Allisar Thorn im Häfn landet – weitere Bestrafungen sind wohl nicht auszuschließen.

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Ser Davos hofft auf bessere Zeiten.

Wiederbelebung

Die rote Zauberin Melisandre ist zwar wieder jung, aber in Depristimmung. Sie plagen große Selbstzweifel: Nix funktioniert, keine Prophezeiung stimmt, alle tot – das hilft selbst dem heitersten Gemüt nur schwer auf die Sprünge. Doch Ser Davos schafft es, die rote Frau davon zu überzeugen, dass sie es mit einer Wiederbelebung des toten Snow doch wenigstens versuchen soll.

Wiederbelebung geht so: ein bisschen Leiche waschen, Haarlocken abschneiden und verbrennen, noch ein bisschen Leiche waschen, dann Haare waschen, zwischendrin ein Hokuspokus und Abrakadabra. Und: nichts. Gar nichts. Keine Regung, kein Herzschlag. Die arme Melisandre sieht sich bestätigt in ihrem Zweifelmodus. Die Herren von der Nightwatch verlassen mit ihr enttäuscht den Raum. Jon Snow bleibt tot. Aber dann kommt er doch, der erste tiefe Atemzug nach ein paar Tagen Leichenschlaf. Jon Snow is back!

Wie er zurückkommt, werden wir dann in den nächsten Folgen beobachten können. Ob der plüschige Jon Snow ein bisschen kälter und härter aus den paar Tagen Totsein zurückkehrt? Oder sonstige Schäden davongetragen hat?

Bran schaut in die Vergangenheit

Zurückgekehrt aus der Versenkung der Staffel 4 ist in Folge zwei auch der Halbbruder von Jon Snow, Bran Stark. Mit seinem Lehrmeister Three-eyed Raven reist er in Visionen der Vergangenheit – was auch erklärt, warum wir den gehbehinderten jungen Mann auf Pressefotos in der Gegend herumstehend sehen konnten. Jedenfalls findet sich Bran zu Hause wieder, Jahre zuvor, und sieht seinem Vater und dessen Geschwistern als Kinder beim Kämpfenlernen am Hof von Winterfell zu. Vielleicht wird auf diese Weise, also per Rückvision, auch das Geheimnis um die Eltern von Jon Snow gelüftet.

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Eine Reise in die Vergangenheit: Bran und Three-eyed Raven

Ein Wiedersehen gibt es auch mit Hodor. Der heißt in der Vergangenheit noch Wylis und kann mehr sprechen als: Hodor. Viel mehr kriegt Bran dann in der Gegenwart auch nicht aus seinem treuen Begleiter heraus, als er ihn fragt, was denn geschehen sei. Wir können wohl auch hier davon ausgehen, dass wir diese Geschichte erzählt bekommen werden.

Zoff im Hause Lannister

In Kingslanding gibt es ein bisschen Familienzoff. Cersei darf auf Anweisung des Königs Tommen, ihres gemeinsamen Sohnes mit ihrem Bruder (ja, das stimmt so), nicht an der Beerdigung ihrer Tochter Myrcella teilnehmen. Da schnappt sich Vater Jaime seinen Buben und redet ihm ins Gewissen. Tommen ist eh schon ganz fertig wegen der Sekte der Spatzen. Dass er weder seine Frau vor dem Gefängnis noch seine Mutter vor dem Walk of Shame retten konnte, ist doch gar viel für den jungen König. Er geht dann auch zu seiner Mama und entschuldigt sich, und Mamas verzeihen alles.

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Tommen, Papa/Onkel Jaime und die tote Myrcella.

Jaime bleibt unterdessen in der Great Sept, wo ihm der freundlich-feindliche Great Sparrow entgegentritt. Der Kingsslayer überlegt laut und mit gezogener Waffe, den Sektenguru zu töten. Doch die Sparrows, die creepy religiösen Brüder, sind wie immer nicht weit, und es passiert vorerst einmal nicht.

Tyrion, der Drachenfreund

Eunuchenwitze und die Einsicht, dass es in Meereen gerade nicht so super rennt, bringen uns zum dritten Lannister-Geschwisterkind, Tyrion. Der entpuppt sich als Drachenflüsterer, schließlich hat er sich schon als Kind Drachen gewünscht, aber keine bekommen. Die zwei verbleibenden Drachenkinder von Daenerys harren angekettet ihrer Tage, doch Tyrion befreit sie, was sie ihm schnurrend wie Kätzchen danken.

Ramsay Bolton – ein Ekel auf der Überholspur

Bei den Boltons schmieden Roose und Ramsay zuerst seelenruhig weiter Kriegspläne. Als die freudige Nachricht hereingetragen wird, dass Rooses Sohn geboren sei, ahnt man schon Fürchterliches. Doch alles scheint prima, Ramsay gratuliert und umarmt seinen Vater. Und ersticht ihn. Der neue Lord von Winterfell ist jetzt er. Im Norden soll verkündet werden, Roose sei von seinen Feinden vergiftet worden. Ramsay bleibt Ramsay, was nichts Gutes für die Mutter und das Baby heißt. "I prefer to be an only child", sagt er, bevor er die Hunde auf die beiden loslässt.

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Ramsay Bolton (re.): Ekelpaket, Unsympathler und jetzt auch Vatermörder (Im Bild: noch lebend Papa Roose (li.))

Unterdessen kriegt Arya Stark weiterhin eins übergezogen, als Training. Bis Jaqen H'ghar auftaucht. Der schaut aus wie Jesus und fragt die übliche Frage, ob sie einen Namen hat. Als sie bei "A girl has no name" bleibt, befreit er sie aus ihrem Bettlerdasein und stellt sogar in Aussicht, dass sie ihr Augenlicht wiedererlangen könnte. Wir werden sehen.

foto: macall b. polay/hbo via ap
Vielleicht sieht sie bald wieder? Arya Stark.

Nach Hause gehen

Schwester Sansa Stark, eigentlich auf dem Weg in Richtung Castle Black zu Halbbruder Jon (zu dieser Zeit noch tot), muss Abschied nehmen von Theon (Reek), denn der will auch nach Hause (der Titel der Folge hat schon seinen Sinn). Womit wir unseren letzten Abstecher dieser Folge machen, nämlich auf die Iron Islands. Da wird der amtierende König und Vater Theons, Balon Greyjoy, von seinem verschollenen Bruder ermordet. Was heißt: Die Iron Islands werden ihren neuen König wählen – da stehen dann wahrscheinlich der im Rückkehren begriffene Theon, seine Schwester Yara und der neu erschienene Onkel Euron zur Auswahl. (Daniela Rom, 2.5.2016)

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Gemeinsam fernsehn: Zum Staffelende am 27. Juni wird es einen Livebericht geben.

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